Blutbeflecktes Gold aus Peru beschmutzt den Ruf der Schweiz

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Die Schweiz verarbeitet ein Drittel der weltweiten Goldreserven. Darunter auch blutbeflecktes Gold aus illegalen Quellen wie der peruanischen Goldminen Madre de Dios, welchevia UMT an die Genfer Goldschmelze MKS lieferte. Der peruanische Edelmetalhändler Universal Metal Trading (UMT) und eine handvoll weiterer Goldhändler wurden kürzlich jedoch von der peruanischen Staatsanwaltschaft angeklgt wegen Geldwässcherei und illegalen Goldraubs in der Region Madre de Dios.

UMT lieferte nach Recherchen der Sonntags Zeitung seit 2003 der Genfer Firma Gold. Dieses wurde über Lima und Amsterdam nach Genf gebracht, wie der peruanische Journalist Oscar Castilla der Zeitung El Commercio ans Licht brachte. Ferner sei eine weitere Schweizer Firma, die Neuenburger Metalor, die von der „minerales do Sur“ ebenfalls mit Gold aus der Region Madre de Dios belieferte.

Der peruanische Staatsanwalt Julio Guzman stellt jetzt die Forderung an die Eidgenossenschaft, „besser zu prüfen, woher das Gold aus Peru stamme. Und er fordert die Bundesanwaltschaft auf, mit Peru zu kooperieren, „damit die Verbrechen in Madre de Diosgemeinsam verfolgen und die Urheber bestrafen können“.

Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) versicherte gegenüber der Sonntags Zeitung, dass die Schweizer Botschaft in Peru das Problem mit Madre de Dios genau verfolge. Das EDA erwarte von Schweizer Firmen, dass sie die Gesetze auch im Ausland einhalten“, sagt EDA-Sprecher Pierre-Alain Eltschinger.

Die Zahl der Goldschürfer hat sich in Madre de Dios auf rund 30’000 Schürfer verdreifacht. Im Dschungelgebiet, das rund zweimal so gross ist wie die Schweiz, herscht der Wilde Westen. Hier hält sich niemand mehr ans Gesetz. Drogenhandel, Prostitution und zahlreiche kriminelle Delikte beschäftigen die überforderte Polizeikräfte der Region.

So kommt es auch, dass die Umweltzerstörung rapide voranschreitet, denn die Schürfer benötigen tonnenweise Quecksilber, um das Gold vom Sand zu trennen. Dieses hochgiftige Substraht hat schon mehr als 320 Quadratkilometer Urwald verseucht und zerstört. Stellenweise gleiche Madre de Dios einer Mondlandschaft, sagt ein Umweltschützer.

Schlupfloch: Geldströme werden kontrolliert – Goldflüsse hingegen nicht

In der Schweiz werden seit Einführung des Geldwäscherei-Gesetzes strengere Bestimmungen für Dvisen und Bares, die Goldströme, welche in die Schweiz fliessen jedoch nicht. Dabei kontrolliert die Schweiz ein Drittel des Welthandels mit dem glänzensten aller Edelmettale. Die Oberzolldirektion winkt ab und sagt, es sei nicht ihre Sache zu kontrollieren, woher die Ware stamme. Es geht nur darum die Zollgebühr von acht Franken pro Kilo zu entrichten.

Die Goldschmelzen sind zwar dem Geldwäscherei-Gesetz unterstellt, aber keiner konrolliert sie, weil man uneins ist, wer dies tun soll. Die Finma erklärt, dass nur der Verkauf und Handel nicht aber der Import und das Verschmelzen unter die Geldwäschereibestimmungen fallen, sagt Finma-Sprecher Tobias Lutz gegenüber der Sonntags Zeitung

Die Gesellschaft für bedrohte Völker bereitet eine Kampagne gegen blutiges Gold vor. Sp-Nationalrat Céderic Wermuth hat eine INterpellation eingereicht, um den legalen Skandal anzuprangern.. Auch von der SVP-Seite her sind bedenkliche Töne zu hören: Yvan Perrin sagt, „das Problem sei keine juristische Grauzone, sondern ein schwarzes Loch“. (Quelle: Antidot.incl www.antidotincl.ch als Beilage der WoZ vom 23. Aug. 2012)

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Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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