BUCHTIPP: Jean Ziegler zieht gegen die Spekulanten ins Feld

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Der emeritierte Professor an den Universitäten Genf und Paris nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es ums Anprangern der post-kolonialistischen Feudalherrschaft in lateinamerikanischen und afrikanischen Ländern oder um gierige Food-Spekulanten geht. Auch China kriegt sein Fett weg als asiatischer Tiger im Raubtierkapitalismus.

Sein jüngstes Buch mit dem provokativen Titel „Wir lassen sie verhungern“ wurde vor einigen Tagen vorgestellt. Darin vermittelt und verarbeitet der ehemalige (und erste) Sonderberichterstatter der UNO für das Recht auf Nahrung seine Aufgabe und Amtstätigkeit und gibt viel „Unausgesprochenes“ preis, das er während seines Amtes aus diplomatischen Gründen nicht sagen konnte. Mundfaul ist er durch den Maulkorb jedenfalls nicht geworden.

Mit Pointen wie „Jetzt kann ich sagen, wer die Halunken sind“ und in seinem jüngsten Werk darlegt, dass die Welt genügend Nahrung für 12 Milliarden Menschen hat. Dass dennoch Millionen von Menschen verhungern, sei das ein organisiertes Verbrechen. Als Haupttäter hat Ziegler die Finanzspekulanten erkannt und aufs Korn genommen. Es gebe ganz klar eine Strategie der multinationalen Konzerne, mit unzimmperlichen Methoden dafür zu sorgen, dass eine korrupte Oberschicht an der Macht bleibt. Und die verhindert, dass rechtsstaatliche Institutionen entstehen, die ihren Mitmenschen und Bprgern des Landes mehr Rechte und ein wenig Wohlstand einräumten.

Als Beispiel nennt Ziegler den Kongo, wo es riesige Bodenschätze gibt, die von Joseph Kabila, einem der „korruptesten Diktatoren“, den man sich überhaupt vorstellen könne, von Rohstoffkonzernen unterstützt wird.  Oder Paul Biya in Kamerun und auch Campoare in Ouagadougou.

Auf China angesprochen zeigt sich Ziegler nicht eben als Freund des grossen Reichs, dass  eine neoliberale Wirtschaftspolitik praktiziere und sich bestens im System des Raubtierkapitalismus integriert habe. Peking unterstütze beispielsweise im Sudan einen scheusslichen Vernichtungskrieg gegen die eigene Bevölkerung, weil es an den Ölvorkommen interessiert ist. Chinesen verhielten sich wie westliche Imperialisten im 19 Jahrhundert, bemerkt Ziegler beiläufig und kommt sogleich auf das nächste grosse Problem namens „Land grabbing“ zu sprechen. Gemäss Weltbank wurden den Kleinbauern 41 Millionen Hektaren fruchtbaren Boden entzogen

Das jüngste Werk von Jean Ziegler „Wir lassen sie verhungern. Die Massenvernichtung in der Dritten Welt“ ist soeben im Bertelsmann Verlag erschienen.

Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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