Das Bazl verharrt im Dornröschenschlaf

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«Tausende Bussen, kaum Anzeigen», titelte der K-Tipp und zeigte auf, dass das Bazl bei 12500 Beschwerden gegen Airlines kaum ein Dutzend Bussen ausgesprochen hat. Die Berner Luftverkehrs Bundesbehörden nehmens gemächlich und gemütlich und zeigen sich den Airlines gegenüber äusserst kulant. Ein Missstand, der dringendst behoben werden müsste, denn im internationalen Vergleich ist das Bazl unter den Schlusslichtern.

Bei verspäteten oder überbuchten Flügen haben Passagiere je nach Fall unterschiedliche Ansprüche auf Verpflegung, Ticketrückerstattung, Alternativ-Flug oder eine angemessene Entschädigung. Kommt die Airline gut begründeten Aufforderungen nicht nach, können verärgerte Fluggäste beim Bundesamt für Luftfahrt Bazl eine Beschwerde einreichen und/oder beim zuständigen Gericht klagen.

IN der Schweiz kam es zu 12517 Anzeigen 2012 und zu 15 Bussen. Also wurde nur gerade jede 834 Beschwerde ernst genommen. Das ist erstaunlich wenig, wenn man mit dem Ausland vergleicht, wie dies der K-Tipp getan hat. Im selben Zeitraum erhielt das Deutsche Bundesamt für Luftfahrt 24480 Beschwerden (eigentlich wenig im Vergleich zur Bevölkerungszahl/Beförderungsstatistik). Doch die nördlichen Nachbarn sprachen 241 Bussen aus. Also wurde jede 72 Anzeige gutgehiessen.

Auch die Franzosen sind sparsam mit Bussen. Im Zeitraum von 2007 ergingen 49 Sanktionen an Airlines. Die Italiener hingegen sind da konsumentenfreundlicher mit 452 Bussen in den Jahren 2006 bis 2008. Neuere Zahlen sind nicht verfügbar. Es herrscht statistischer Stillstand in Italien.

Die EU-Kommission kam im März dieses Jahres zum Schluss, dass die laschen  und unzureichenden Sanktionsregelungen der nationalen Behörden keinen Schub bei den Airlines auslösen würde, den Vorschriften nachzukommen.

Also liebe Vielflieger und Passagiere, lasst euch dies nicht länger bieten und steigt auf die Barrikaden. Die Bazl-Hotline für Passagiere lautet: 031 325 95 96. Klage können Sie entweder an ihrem Wohnsitz oder dem Sitz der Airline erheben.  Das kann aber teuer werden und lange dauern. Zudem gibt es spezialisierte Inkassofirmen, die gegen die Airlines vorgehen und sich von allfälligen Entschädigungen happige Anteile sichern. Zum Beispiel: flightright.de, EU-claim.de, fairplain.net

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Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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5 Kommentare zu Das Bazl verharrt im Dornröschenschlaf

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