Der Pleitegeier kreist über den europäischen Airlines

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Die Luft wird dünner am europäischen Airline-Horizont. Die Pleitegeier, die über der europäischen Luftfahrtsbranche kreisen, werden zahlreicher. Nach dem Grounding der Hello ist nun auch die SAS haarscharf am Konkurs vorbeigeschrammt. Zum Stellenabbau bei Iberia und bei der Lufthansa kommen nun auch Air France und die KLM arg ins Trudeln und streichen tausende von Stellen. Den arabischen, asiatischen und amerikanischen Fluggesellschaften geht es besser, weil diese von günstigem Treibstoff profitieren und keine CO2-Zertifikatsbelastungen haben. 

Gestern präsentierte die SAS einen Sparplan, der den Stellenabbau von 800 Jobs vorsieht. Die Mitarbeiter haben keine Wahl. Entweder sie akzeptieren das Verdikt oder sie verlieren ihren Arbeitsplatz, weil die skandinavische Airline Konkurs geht. Zudem müssen die Mitarbeiter eine Lohneinbusse von 17 Prozent hinnehmen. Meldungen über Stellenbau häufen sich dieses Jahr, wie schon lange nicht mehr.

Vor einer Woche gab die spanische Iberia den Abbau von 4500 Stellen und eine Verkleinerung der Flotte bekannt, im Juni kündigte Air France einen Stellenabbau von 5100 Stellen bis Ende 2013 bekannt und im Mai dieses Jahres schreckte die Lufthansa ihre Angestellten mit der Nachricht auf, dass in den nächsten Jahren rund 3500 Verwaltungsstellen wegrationiert werden. Davon ist auch die Swiss betroffen, die im Rahmen des Lufthansa-Sparprogramms Score rund 100 Arbeitsplätze in der Schweiz abbauen muss.

Die IATA-Zahlen verdeutlichen die extrem dünne Gewinnmarche von 0,6 Prozent in diesem Jahr bei einem leichten Anstieg auf 1,1 Prozent im nächsten Jahr. Schuld daran ist die europäische Wirtschaftskrise und die steigenden Treibstoffkosten sowie die Kosten für die CO2-Zertifikate, welche die europäischen Airlines seit Beginn dieses Jahres entrichten müssen. In Deutschland kommt noch die Luftverkehrssteuer hinzu.

Damit sind die europäischen Airlines erheblich benachteiligt, gegenüber ihren arabischen, amerikanischen und asiatischen Konkurrenten, die sich einen Dreck um die Luftverschmutzung und CO2-Emmissionen scheren. Hier müsste man ansetzen, aber nicht indem die Europäer die CO2-Zertifikate wieder aussetzen sondern in dem alle Airlines weltweit für ihren CO2-Ausstoss belastet werden und so halbwegs wieder gleich langen Spiesse haben.

Im Aufwind sind die arabischen Airlines, welche zusätzlich von günstigem Treibstoff und staatlichen Subventionen profitieren. Sie gewinnen so laufend MArktanteile, wie die IATA bekannt gibt. Im Passagierverkehr legten sie um 17 Prozent und im Frachtgeschäft um 14 Prozent zu. Zu den grössten Gewinnern zählen Emirates, welche eine Verdoppelung ihres Halbjahresgewinns um eine halbe Milliarde Dollar bekannt gab. Auch Ethiad aus Abu Dhabi geht es so gut, dass sie sich eine Beteiligung als grösster Aktionär bei Air Berlin leisten kann. In den letzten Jahren steigerten die arabischen Airlines ihren Marktanteil von 4,8 auf 11,5 Prozent.

Ein kleiner Lichtblick für die Schweiz und insbesondere für die Romandie ist, dass die Swiss in der Westschweiz expandiert und in Genf ihre Operationen und die Mitarbeiterzahl um 250 Personen aufstockt. Damit sagt die Swiss dem Billigflieger  und Platzhirsch Easy Jet den Kampf an. Easy Jet kommt in Genf auf einen MArktanteil von über 38 Prozent, derweil die Swiss bei rund 25 Prozent angelangt ist.

Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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