Der Gipfelstürmer der Gourmet-Gastronomie ist ein Engadiner

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Er katapultierte die hochalpine Bergküche in den Gourmet-Himmel: Reto Mathis kocht auf der Corviglia in St. Moritz: Bild GMC

Er katapultierte die hochalpine Bergküche in den Gourmet-Himmel: Reto Mathis kocht auf der Corviglia in St. Moritz: Bild GMC Photopress/Gerd Müller

Bis Mitte der 60er Jahre gab es in den Alphütten derbe Älplerkost und im Tal viel einfalltsloser Einheitsbrei. 1967 kam ein Engadiner Gipfelstürmer auf die Idee dieser Trostlosigkeit ein Ende zu bereiten. Er hiess Hartly Mathis und krempelte die langweilige und fade Berggastronomie um und schuf einen neuen Gastrotypus der Berge, der seither kaum je übertroffen aber fleissig kopiert wurde. Mathis wurde zum Schrittmacher der Berggastronomie. Sein Sohn ist wacker und erfolgreich in seine Fusstapfen getreten.

Mathis Food Affairs wirtschaftet in sechs Lokalen, darunter das Gourmet-Lokal "Marmite"

Mathis Food Affairs wirtschaftet in sechs Lokalen, darunter das Gourmet-Lokal "Marmite. Bild: GMC

Der damals 40jährige  Hartyl Mathis war Küchenchef im mondänsten Hotel der Schweizer Alpen, dem Suvretta House in St. Moritz und bewirtete dort den Geldadel. Als die Bergbahnen auf der Corviglia ein Lokal planten, bewarb sich Mathys für den Selbstbedienungsladen für 240 Gäste und die Cafeteria. Keineswegs darauf bedacht in die Niederungen der profanen Küche herbzusteigen, sondern mit dem Hintergedanken, das allerfeinste Bergrestaurant „aller Zeiten“ zu verwirklichen.

Er katapultierte die hochalpine Bergküche in den Gourmet-Himmel: Reto Mathis kocht auf der Corviglia in St. Moritz: Bild GMC

Der Gipfelstürmer der hochalpine Bergküche Reto Mathis. Bild: GMC

Als Mathis ein paar Jahre später den grossen Schritt wagte und das Le Marmite eröffnete, meinte man an den St. Moritzer Stammtischen noch milde: „Der macht das nicht lange da oben mit seiner Gänseleber, dem Räucherlachs und den Trüffeln, das wird auf dem Berg nicht gegessen“.

Doch Mathys hatte den richtigen Riecher und liess sich vom Gemunkel nicht abschrecken. Schon bald kamen Hummer und Kaviar hinzu. Und zwar die allerfeinste iranische Ware, die in den Original 1,8 Kilo schweren Originaldosen gleich säckeweise mit der Standseilbahn auf den Berg hochgebracht wurde.

Auch der Champagner mutierte seither zum Standardgetränk auf 2486 Metern über Meer. Daher sprach Kurdirektor Danuser seither auch immer wieder vom berühmten Champagnerklima von St. Moritz. Auch der Champagnerhersteller Krug glaubte seinenAugen kaum, als die Statistik als grössten Verbraucher ihres moussierenden Sprudelwassers ein abgelegenes Skilokal in den Schweizer Bergen orteten.

1994 übernahm Reto Mathis von seinem Vater die Corviglia-Restaurants und trimmte die Bergoase zum Skilokal von Weltruf. Auch schuf er verwegen den welthöchsten Yachtclub, in dem er eine Zehn-Meter-Yacht auf den Berg hievte, nach dem Motto: Das Meer ist der Himmel über St. Moritz. Dann schlug er die  Champagner-Genossen, welche die Flaschen mit dem Säbel entkorken konnten, wackeren zum Ritter der Berge und krönte ihr Können mit dem Corviglia-Säbeldiplom. Vor fast 20 Jahren schuf er auch noch das St. Moritz Gourmet Festival, bei dem sich alljährlich die internationale Crème de la crème der Spitzengastronomie trifft und für die betuchte Gesellschaft um die Wette brutzelt.

Heute umfasst der Betrieb Mathis Food Affairs acht Lokale unter einem Dach. Wo sonst gibt es das in der alpinen Bergwelt. Nicht Mal bei den Amis in den Nobelorten der Rocky Mountains. Einige Klassiker der Anfangsjahre werden noch heute auf der Corviglia angeboten und von Nachahmern kopiert. Der Corviglia-Schnee aus abgepressten Kartoffeln, Butter, Sauerrahm und Kaviar ist bei Käfer in München erhältlich. Schmeckt aber nur halb so gut. Ob das am Champagnerklima liegt?

Neben dem legendären „Marmite“ mit seinen edlen Köstlichkeiten gibt es das „Dolce Vita“ mit einem grandiosen Dessertbuffet und den Selbstbedienungsbereich Bütschella sowie die coole Lounge „De Fät Moonk“ auf der Bergstation Corviglia in St. Moritz.

Weitere Informationen erhalten Sie via

Tel. +41 (0)81 833 63 55

info@mathisfood.com

oder www.mathisfood.com

 

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Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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