Die Humanitäre Hilfe der Schweiz nach dem Taifun Haiyan auf den Philippinen

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Am 8. November 2013 verwüstete der Taifun Haiyan einen Grossteil der zentralen Inseln der Philippinen. Angesichts der enormen Schäden hat das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) Experten der Humanitären Hilfe der Schweiz und Hilfsgüter in das Katastrophengebiet gesandt. Allmynews publiziert Auszüge aus der Deza-Webseite.


Nach dem Entscheid der philippinischen Regierung, internationale Hilfe anzunehmen, hat die Humanitäre Hilfe des Bundes 20 Experten des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe in die Philippinen entsandt, wie das EDA mitteilt. Dem Team gehören Fachkräfte aus den Bereichen Wasser und sanitäre Grundversorgung, Notunterkünfte, Medizin und Logistik an. Sie konnten die Bedürfnisse in der Region Nord-Cebu (inkl. der vorgelagerten Insel Bantayan) sowie in der Region Ormoc auf der Insel Leyte evaluieren.

Schweizerisches Korps für Humanitäre Hilfe (SKH)
Krisenmanagement-Zentrum

Am Samstag, 16. November, gab das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bekannt, dass für die Unterstützung humanitärer Aktivitäten auf den Philippinen 6 Millionen Franken bereitgestellt werden. Der Betrag wird insbesondere in den Bereichen Wasser, Unterkunft und medizinische Versorgung eingesetzt. Darüber hinaus soll auch den Appellen internationaler Organisationen Folge geleistet werden, die in den vom Taifun betroffenen Regionen tätig sind und um finanzielle Unterstützung nachgesucht haben.

Eine erste Verteilung von lokal eingekauften Nahrungsmittel, Hygiene-Artikeln sowie Shelter-Material (Plastikplanen, Werkzeuge) konnte am Donnerstag im Norden der Insel Cebu (Daanbantayan) durchgeführt werden. Die Verteilung wird fortgesetzt.

Eine erste Hilfslieferung von zehn Tonnen Material für die Wasseraufbereitung und Wasserverteilung sowie medizinisches Material für die Basis-Versorgung von 10 000 Menschen während drei Monaten ist am Freitag, 15. November, in Cebu eingetroffen. Eine weitere Lieferung von 11 Tonnen bestehend aus 2000 Plastikplanen (Tarpaulins) und 2000 Wasserkanistern ist am Sonntag, 17. November, in Cebu eingetroffen.

In Daanbantayan und in der Region Ormoc bereiten die Schweizer Expertinnen und Experten in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden die Standorte vor, wo die 5000 bis 10 000 Liter fassenden Wasserbehälter platziert werden und die Wasserverteilungen durchgeführt werden.

Shelter-Material für rund 5000 Haushalte
In Cebu wird zurzeit weiteres Shelter-Material für rund 5000 Haushalte eingekauft. Die Verteilungen haben in Daanbantayan und in der Region Ormoc am Montag, 18. November, begonnen und sollen es den begünstigten Familien erlauben, wieder ein Dach über dem Kopf zu haben.

Die Humanitäre Hilfe des Bundes koordiniert ihre Hilfe vor Ort eng mit den nationalen und lokalen Behörden und den internationalen und lokalen humanitären Akteuren.

Manuel Bessler, der Delegierte des Bundesrats für humanitäre Hilfe, ist seit Freitag, 15. November, auf den Philippinen, um sich ein Bild von den Folgen des Taifuns Haiyan zu machen. Er spricht mit der betroffenen Bevölkerung und verfolgt die Aktivitäten der Humanitären Hilfe zugunsten der Opfer vor Ort. Um den schweizerischen Einsatz mit den Behörden zu koordinieren, traf er in Cebu mit dem Gouverneur und Vertretern des Zivilschutzes zusammen.

Am Samstag, 16. November, begab sich auch der Schweizer Botschafter in Manila, Ivo Sieber, nach Cebu, wo er sich zusammen mit Manuel Bessler über die Lage und die Hilfsmassnahmen informierte.

Personelle Verstärkung
Die Schweizer Botschaft in Manila ist zur Unterstützung der betroffenen Schweizer Bürgerinnen und Bürger im Katastrophengebiet durch Mitglieder des Kriseneinsatzpools (KEP) des EDA personell verstärkt worden. Zudem wurden Mitglieder des Kriseneinsatzpools in das Katastrophengebiet entsandt. Sie haben die Suche nach Schweizern aufgenommen und konnten die Zahl der gesuchten Personen bereits erheblich reduzieren. Diese Bemühungen werden in den kommenden Tagen fortgesetzt.

Die Mitglieder des Kriseneinsatzpools in Cebu unterstützen zudem – in enger Zusammenarbeit mit der Humanitären Hilfe der DEZA, der Botschaft in Manila und dem Krisenmanagement-Zentrum des EDA in Bern – betroffene Schweizer bei der Ausreise.Mehrere vom Taifun betroffene Schweizer Bürger haben sich bei der Botschaft in Manila gemeldet. Sie erhalten von der Botschaft die nötige Unterstützung.

Die Botschaft in Manila ist weiterhin daran, die in den betroffenen Gebieten lebenden Schweizerinnen und Schweizern zu kontaktieren. Die Botschaft konnte trotz der zum Teil unterbrochenen Telefonverbindungen mit einer grossen Anzahl von immatrikulierten Schweizern in Kontakt treten. Diese sind wohlauf. Allerdings gestaltet sich die Kontaktaufnahme wegen der unterbrochenen Kommunikationskanäle weiterhin schwierig.

Helpline
Hinweise über Schweizer Bürger vor Ort werden von der EDA-Helpline entgegengenommen. Schweizerinnen und Schweizer, die Angehörige im Katastrophengebiet haben, können sich an die EDA-Helpline wenden.

Helpline

Infolge der Taifunkatastrophe hat das EDA die Reisehinweise für die Philippinen mit folgendem Hinweis ergänzt: «Am 8. November 2013 hat ein Zyklon auf mehreren Inseln in den südlichen Regionen der Philippinen massive Schäden angerichtet und eine grosse Anzahl Todesopfer und Verletzte gefordert. Am schwersten betroffen sind einige Inseln der Eastern, Central und Western Visayas. Informieren Sie sich vor Reisen in die betroffenen Regionen bei Ihrem Reisebüro über die Durchführbarkeit der Reise. Auskunft über die Flugverbindungen erteilen die Fluggesellschaften.»

Weitere Informationen
DEZA Humanitäre Hilfe
Tel.: +41 (0)31 322 31 24
Fax: +41 (0)31 324 16 94
E-mail: hh@deza.admin.ch

Cebu, 13.11.2013 – Angehörige des Korps für humanitäre Hilfe des Bundes begleiten die Übergabe von Lebensmittelpaketen an die lokalen Behörden in Daanbantayan auf der Insel Cebu (Philippinen). In den Paketen sind Grundnahrungsmittel enthalten, die eine Familie eine Woche lang ernähren kann. Die Pakete werden unter Begleitung von Korpsangehörigen am 14. November 2013 verteilt. Weitere Hilfsgüter werden in kommenden Tagen geliefert.

© DEZA

Weiterführende Informationen und Dokumente

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