Die Schweizer Armee probt den Krieg im Inland und liegt damit im europäischen Trend

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Die zivilmilitärische Aufrüstung der Schweiz und der NATO-Staaten hält Friedensforscher für "brandgefährlich". Bild: Scharfschützen auf dem Dach des Belvédère in Davos während des WEF

Die zivilmilitärische Aufrüstung der Schweiz und der NATO-Staaten hält Friedensforscher Tobias Pflüger für "brandgefährlich". Scharfschützen auf dem Dach des Belvédère in Davos während des WEF. Bild: GMC

Die Militarisierung ist in vollem Gange. Doch das Feindbild hat sich geändert. Nicht die Russen, wie im kalten Krieg, sondern Feinde im Inland werden ins Visier genommen. Das sei ein «brandgefährlicher Prozess», schreibt die Wochenzeitung WoZ beim Interview aufgrund der Aussagen des Friedensforschers Tobias Pflüger.

Im September organisierte die Schweizer Armee die Stabsübung «Stabilo Due». Die Übung basierte auf dem Szenario, dass die Wirtschaftskrise in Europa so dramatisch werden könnte, dass auch Unruhen im Inland zu befürchten seien. Flüchtlingsströme kämen als zusätzliche Bedrohung hinzu.Das Manöver komme pünktlich zum 80. Jahrestag der «Genfer Blutnacht», bei der am 9. November 1932 Schweizer Soldaten bei einer antifaschistischen Demonstration13 Menschen töteten und 65 weitere Verletzten, schreibt die Zeitung «Work».

Die WoZ befragte den Stuttgarter Friedensforscher Tobias Pflüger, der Mitglied des Parteivorstandes der Partei Die Linke ist und von 2004 bis 2009 im EU Parlament sass zu diesem Szenario. Pflüger unterstreicht, dass in Europa eine zivilmilitärische Aufrüstung stattfinde, denn auch in Deutschland hat das Bundesverfassungsgericht erstmals Einsätze der Bundeswehr im Inneren in Ausnahmesituationen erlaubt.

Die Aufrüstung der NATO-Staaten findet qualitativ im militärisch-industriellen Komplex und nicht quantitativ statt, konstatiert Pflüger und sagt es sei eine «Versicherheitlichung der Gesellschaft» im Gang, bei der die europäischen Rüstungskonzerne eine herausragende Rolle spielen würden. Aufgrund der institutionellen Strukturen der EU sei ein brandgefährlicher Entdemokratisierungsprozess im Gang, was sich besonders bei der Grenzschutzagentur Frontex zeige. Bedenklich sei, dass auch die Schweiz und Norwegen sich dem zentralen Militarisierungsprozess anschliessen würden, ohne dass die Regierung oder das Volk etwas dazu sagen könnten. Lesen Sie dazu den ausführlichen WoZ-Bericht: www.woz.ch

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Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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