Engadin St. Moritz: Eine Region, die ökologisch elektrisiert voranschreitet

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St. MOritz schreitet ökologisch voran und nutzt Wasser-, Wind- und Solarkraft für ihre Bergbahnen, Anlagen und Hotels. Bild: GMC Photopress / Gerd Müller

Die Energiestadt St. Moritz schreitet ökologisch voran und nutzt Wasser-, Wind- und Solarkraft für ihre Bergbahnen, Anlagen und Hotels. Bild: GMC Photopress / Gerd Müller

Als weltweit erste alpine Destination setzt sich Engadin St. Moritz konsequent für den Einsatz erneuerbarer Energien ein. Das Thema Nachhaltigkeit gipfelt seit kurzem auf 2456 m Höhe: im ersten energieautarken Hotel der Alpen.

Energie bewegt hier überall: St. Moritz setzt als Energiestadt neue Standards, die AlpenAkademie ganz auf Umwelt-Bildung, und auf Muottas Muragl steht seit Herbst 2010 das erste Hotel der Alpen, das sich mit Energie selbstversorgt. Da nimmt es sich fast esoterisch aus, dass der «Kraftort» Sils weltberühmt ist für seine besonders hohen Boviswerte, also der Lebensenergie von Substanzen und Organismen, die auf das Wohlbefinden des Menschen nachweislich Einfluss haben.

Das Wasserschloss Europas schmilzt dahin. Blick von der Diavolezza auf das Bernina Massiv mit dem Piz Palü. BIld. GMC /Gerd Müller

Die Sensibilität der Engadiner Bevölkerung für das Thema Energie erstaunt nicht: Mit 19’500 ständigen Einwohnern und rund 100’000 Gästebetten gehört Engadin St. Moritz zu den grössten Schweizer Tourismusregionen.

Da die Durchschnittstemperaturen auf 1800 m trotz Südlage und überdurchschnittlich viel Sonnenschein tief sind, wendet die Region für die Produktion von Wärme und Warmwasser rund 42 Mio. Liter Heizöl pro Jahr auf. Dies entspricht einem jährlichen CO2- Ausstoss von 111’000 Tonnen. Weitere 23’000 Tonnen verursacht der Verkehr. Pro Einwohner ergibt das einen jährlichen CO2-Ausstoss von 8,1 Tonnen.

Die Corviglia-Piz Nair Seilbahn oberhalb St. Moritz wird mit Solarstrom betrieben.

Die Corviglia-Piz Nair Seilbahn bei St. Moritz wird mit Solarstrom betrieben. Bild GMC/Gerd Müller

Deutlich zu viel, sind sich die Engadiner einig. Denn die einzigartige Natur ist und bleibt das grösste Kapital dieser Region. Deshalb hat Engadin St. Moritz eine ehrgeizige Vision: Als weltweit erste alpine Ferien- und Sportdestination engagiert sie sich konsequent für den Einsatz erneuerbarer Energien und eine effiziente Energieverwendung. Der Verbrauch von fossiler Energie (Heizöl, Benzin und Diesel) soll langfristig durch Energie aus einheimischen Quellen (Wasser, Sonne, Geothermie und Biomasse) ersetzt werden. Dazu wurde 2002 das Projekt «Clean Energy» lanciert.

Mit dem Energieprojekt «Clean Energy» setzt sich weltweit erstmals eine alpine Feriendestination konsequent für den Einsatz erneuerbarer Energien ein.

Heute stehen 164 Solarpanels auf dem Trassee der Corvigliabahn und produzieren pro Jahr 15’500 kW/h Ökostrom – genug für jede sechste Bergfahrt. Die Berg- und Talstationen am Piz Nair besitzen Solarfassaden, auf 2666 m sorgt eine Leichtwindanlage für Strom und am St. Moritzer See das älteste Elektrizitätswerk der Schweiz für Power. Die Eisarena Ludains wird zu 100 Prozent aus Ökostrom betrieben. Und der britische Stararchitekt Sir Norman Foster hat seine kürbisförmige Chesa Futura mit 250’000 Schindeln aus dem widerstandsfähigen Holz von Engadiner Lärchen verschalt: Die hervorragende Isolationswirkung ermöglicht ein Minimum an Heizaufwand.

Auch hier sorgen Solarpanels für Wärme, Strom und Heisswasser.

Natürlich reicht das noch nicht aus, um die angestrebten Werte zu erreichen. Immerhin gilt es, denCO2-Ausstoss von jährlich 134’000 Tonnen bis in einigen Jahrzehnten zu «neutralisieren». Deshalb orientiert sich der Verein Clean Energy an den Zielen der «2000-Watt-Gesellschaft» und fördert die Nutzung von erneuerbaren Energien und eine verbesserte Energie-Effizienz im Gebäudebereich. Dazu gehört die Gewinnung von Energie aus Biomasse (Gastro- und Grünabfälle) und die Förderung ökologischer Bauten (mit Solar-Thermien, Erdwärme und guter Isolation).

Clean Energy Tour. Das eindrückliche Energie-, Klima- und Naturerlebnis führt entlang von Öko-Innovationen bis auf den Piz Nair (3057 m). Kontakt: Verein Clean Energy St. Moritz, T +41 81 837 33 33; www.clean-energy.ch.

Energie im Laufe der Zeit. Am St. Moritzer See schrieb das älteste Wasserkraftwerk der Schweiz Geschichte – ein beispielloses Pionierprojekt. Kontakt: St. Moritz Energie, info@stmoritz-energie.ch, T +41 81 837 59 10; www.stmoritzenergie.ch

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Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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