Menschenrechtsverletzungen auf den Malediven

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Ein heute veröffentlichter Bericht von Amnesty International dokumentiert schwere Menschenrechtsverletzungen durch Sicherheitskräfte auf den Malediven. Seit dem Machtwechsel am 7. Februar diesen Jahres sind die Mitglieder der Opposition schlimmsten Repressalien ausgesetzt. Ein Blick auf die dunkle Seite des Urlaubs-Paradieses.

Touristen aus aller Welt schätzen die Malediven als Ferienparadies. Doch die Realität im Inselstaat sieht anders aus: immer wieder gibt es Übergriffe der Polizei auf Anhängerinnen und Anhänger des ehemaligen Präsidenten Nasheed. Die Menschenrechte von Demonstranten und Sympathisanten der Opposition werden systematisch verletzt.

«Die Polizei verhaftet willkürlich Oppositionelle, schlägt und foltert sie, greift sogar Verletzte in Krankenhäusern an. Doch bisher wurde kein einziger der dafür Verantwortlichen strafrechtlich belangt oder vor Gericht gebracht», berichtet der für die Malediven zuständige Krisenbeauftragte von Amnesty International, Abbas Faiz. «Wenn diese Menschenrechtsverletzungen kein Ende nehmen und die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen werden, wird es auf den Malediven keine politische Versöhnung geben.»

Amnesty International ruft die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker der Malediven auf, alle Vorfälle von Menschenrechtsverletzungen sofort durch eine unabhängige und unparteiische Kommission untersuchen zu lassen und den Überlebenden Entschädigungen zu zahlen. Alle Sicherheitskräfte müssen die Weisung erhalten, Demonstranten künftig nicht mehr anzugreifen. Ausserdem sollten sie so trainiert werden, dass dass die Einhaltung von Menschenrechtstandards gewährleistet werden kann und Internationales Recht nicht verletzt wird. Zudem muss das Rechtssystem so reformiert werden, dass Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Gerichte garantiert sind.

Der Report «Die andere Seite des Paradieses: die Menschenrechtskrise auf den Malediven» basiert auf Interviews mit Opfern von Menschenrechtsverletzungen, ihren Angehörigen, Anwälten, Ärztinnen, Ärzten und Pflegepersonal, Sicherheitskräften und Politikern (unter anderem auch mit dem ehemaligen Präsidenten Mohamed Nasheed und dem aktuellen Präsidenten Mohamed Waheed). Die Befragungen wurden von Amnesty International während eines dreiwöchigen Aufenthaltes auf den Malediven von Mitte Februar bis Anfang März des Jahres durchgeführt und befassten sich mit der Gewalt nach dem Machtwechsel am 7. Februar 2012. Weitere Informationen finden Sie bei www.amnesty.ch

The other side of paradise: a human rights crisis in the Maldives (pdf, 12 Seiten)

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Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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