Gefährliche Rohstoffgeschäfte bergen hohes Konfliktpotential für die Schweiz

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Im globalen Rohstoffhandel spielt die Schweiz einmal mehr eine unrühmliche Sonderrolle. Als eines der rohstoffärmsten Länder ziehen die hier ansässige Rohstoffkonzerne weltweit die Fäden. Rund  ein Fünftel des globalen comodity trading wird in Genf, Zug und an ein paar anderen Orten in der Schweiz abgewickelt, schätzt die Erklärung von Bern (EvB). Wiederholt die Schweiz dieselben Fehler, wie bei den Konflikten um Raubkunst, Holocaust- und Potentatengelder, Waffenhandel- und Embargo-Verletzungen oder wie bei der Mithilfe zur Steuerflucht? Es ist davon auszugehen.

Rohstoffe sind eine wahre Goldgrube. Im Welthandel wird jeder vierte Dollar damit verdient. Steigende Rohstoffpreise und die erhöhte Nachfrage liessen den Umsatz von 30 Mia. Dollar (1993) auf 144 Mia. Dollar (2010) anschnellen.

Dafragt man sich, weshalb  viele rohstoffreiche Länder des Südens bitterarm bleiben und dermassen von lokalen Konflikten und Kriegen erschüttert werden? Die lapidare Antwort lautet: Wo Goldgruben sind, schwärmen Goldgräber (Rohstoffhändler) hin und beuten mit korrupten Eliten, das Land, die Rohstoffe und die Menschen skrupellos aus. Ein Mordsgeschäft für hiesige Konzerne wie Vitol (195 Mia. US-Dollar), Glencore (145 Mia. USD), Trafigura (79 Mia. USD),  Gunvor (59 Mia. USD), Litasco 52 Mia. USD) und die im Bergbau tätige Xstrata (30 Mia. USD), die letztes Jahr mit Glencore fusionierte.

Allein diese sechs in der Schweiz domizilierten Rohstoffhändler  setzten 2010 über 560 Mia. US-Dollar um, wobei der  Steuerertrag bei dieser gewaltigen Umsatzgrösse sowohl für die Schweiz, als auch für die Länder, in denen die Rohstoffe gefördert wurden und schliesslich auch für die Steueroasen gering ist. Sie alle sehen letztlich verhältnismässig wenig vom unglaublichen Reichtum der Rohstoffhändler.

Die Schweiz führt Regie im globalen Rohstoffhandel und lässt die Zügel locker

Dass die Schweiz in diesem globalen Trauerspiel die Regie übernimmt und an der Ausbeutung der Ressourcen und Menschen  mitverdient und damit in Kauf nimmt, dass Millionen von Menschen unseren Lebensstil und unsere Gleichgültigkeit mit dem Leben bezahlen, Schwerstarbeit verrichten, krank oder gefoltert werden und ihr Dasein in bitterer Armut verbringen, ist eine schreckliche Tatsache, die uns zu denken geben und vor allem zum Umdenken bewegen sollte.

 Wir  wissen es ja mittlerweile alle, dass in vielen Ländern die Bergbauminen und Agroplantagen zu den gefährlichsten Orten für die dort arbeitenden und lebenden Menschen zählen. Wenn man also hört, sieht oder liest, dass Vertreibungen und Enteignungen in vielen Ländern unter dem Diktat des Fortschritts praktiziert werden, um an die Rohstoffe heranzukommen, sodann prekäre Arbeits- und grauenhafte Lebensbedingungen vorherrschen oder Streiks und Proteste Dutzende von Todesopfern (Minen in Südafrika) fordern sowie Wasser- und Luftverschmutzung ebenfalls einher gehen mit dem Abbau der Rohstoffreichtümer, von dem wiederum nur wenige vor Ort aber einige hierzulande kräftig profitieren, kann man sich ausrechnen, welche Gefahren auf die Schweiz noch zukommen könnten. Dazu der allmynews.eu Buchtipp: «Rostoff – Das gefährlichste Geschäft der Schweiz». Herausgeberin: Die Erklärung von Bern. Gebunden, 440 Seiten mit Illustrationen. Erhältlich im Salis Verlag für CHF 34.80. EvB-Mitglieder bezahlen 29.-. www.evb.ch

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Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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4 Kommentare zu Gefährliche Rohstoffgeschäfte bergen hohes Konfliktpotential für die Schweiz

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