Gentech-Essen erobert unsere Teller ob wir wollen oder nicht

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78 Prozent aller Deutschen wollen keine gentechnisch veränderten Lebensmittel zu sich nehmen, hat das Forsa-Institut in einer Meinungsumfrage festgestellt. Ein Müesli am Morgen und ein Vollkornbrot mit Käse dazu und schon haben Sie gentechnisch veränderte Lebensmittel gegessen. Ob wir wollen oder nicht, wir kommen nicht mehr an Gen-Tech-Food vorbei.

73 Prozent des Reis wurde bereits gentechnisch verändert. Bei den Zuckerrüben liegt der Anteil sogar bei 90 Prozent. Auch Mais und Raps werden gentechnisch verändert. Sie dienen als Futtermittel für die Tiere. Und genau da liegt die Krux. Wir konsumieren täglich gentechnisch verändertes Saatgut über das Futtermittel der Tiere. Darum kommt kein „Schwein“ herum.

Rund 300 verschiedene Aromen- und Zusatzstoffe dürfen bundesweit eingesetzt werden. Sie sorgen für Haltbarkeit, schönes Aussehen und für einen bestimmten Gehalt an Vitaminen. Diese Stoffe werden  gentechnisch so manipuliert, dass die Enzyme, Aromen oder Vitamine produzieren. Diese gelangen ohne Deklaration in die Nahrungsmittelkette, weil sie zwar in die Lebensmittel, nicht aber in die Mikroorganismen gelangen.

Gentechnisch veränderte Zusatzstoffe gibt es in Chips, Schokolade, Gebäck, Eier, Bier, Käse, Milch und Margerine. Mit anderen Worten, in fast jedem Lebensmittel, dass der Mensch täglich zu sich nimmt. Haben Sie schon bemerkt, dass Sie bei Chips manchmal kaum aufhören zu essen können? Das liegt am Glutamat, dem Geschmacksverstärker, der auf Gen-Mikroorganismen beruht und nicht auf der Verpackung angegeben ist.

Schokolade und Pralinen sind zumeist ein Genuss, wenn sie zartschmelzend im Gaumen vergehen. Für die Geschmeidigkeit sorgt Lecithin. Hierbei handelt es sich um einen Emulgator, der Wasser und Fett bindet und häufig aus Gen-Tech-Sojaproduktion stammt. Lecithin versteckt sich hinter der Nummer E322.

Damit die Brötchen so richtig knusprig sind, kommt Cystein (E920) zum Einsatz. Früher aus Schweineborsten und Haaren hergestellt, besteht Cystein heute mit Genbakterien erzeugt.  Eier braucht es auch zum backen. Als Hühnerfuttermittel wird zumeist Mais verwendet. Weltweit sind über ein drittel der Maisproduktion aber gentechnisch verändert.

Nur 10 Prozent der in Deutschland gehaltenen Küche werden nicht mit Gentech-Soja gefüttert. 90 Prozent aller Kühe und damit auch deren Milch wird so ebenfalls mit Gentechnik produziert in unser Glas gelangen. Auch Margarine wird oft mit Beta-Karotin angereichert, das für die satte Farbe sorgt. Stammt das Beta-Karotin aus Gentechnik, wissen Sie darüber als Konsument ebenfalls nicht Bescheid.

Seit 2009 gibt es ein Siegel „ohne Gentechnik“ für gentech-freies Fleisch, Milch und Eier. Eingetragen ist dieses Siegel in den drei deutschsprachigen Ländern. So lässt sich immerhin ein klein wenig weniger gentech-verändertes Saatgut konsumieren.

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Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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