Jahrestagung der Humanitären Hilfe: Neue Instrumente für komplexere Krisen

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Bern, 14.03.2014 – «Gelebte humanitäre Verantwortung» heisst das Programm der diesjährigen Konferenz der Humanitären Hilfe des Bundes und des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH). An der Jahrestagung in Lausanne sprachen am 14. März 2014 u. a. Bundespräsident Didier Burkhalter und DEZA-Direktor Martin Dahinden zu den humanitären Akteuren der Schweiz. Präsentationen von Schweizer Expertinnen und Experten informierten über die Reaktion der Humanitären Hilfe auf aktuelle Krisen.

Die humanitäre Verantwortung im historischen und internationalen Kontext und das «humanitäre Herz» der Schweiz waren das Thema der Ansprache von Bundespräsident Didier Burkhalter in der Salle Métropole in Lausanne. Er rief insbesondere das Engagement der Schweiz in Syrien in Erinnerung, das sich seit Ausbruch des Bürgerkriegs auf insgesamt 85 Millionen Franken beläuft. «Die humanitäre Lage in Syrien ist katastrophal, und wie in anderen Konflikten leiden die Schwächsten, die Kinder, am meisten.» In diesem Zusammenhang erwähnte er auch die Anstrengungen der Schweiz zur Renovation von Schulen in Syrien und ihr Engagement in Ländern wie Jordanien und Libanon, die viele syrische Flüchtlinge aufgenommen haben.

Martin Dahinden, Direktor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, sprach über die Herausforderung durch verschiedenartige Interessen, die die Schweiz verfolgt: «Als Staat, der gleichzeitig humanitärer Akteur, humanitärer Geldgeber, Entwicklungsagentur und Interessenwahrer ist, stehen wir in einem Spannungsfeld zwischen humanitärer und politischer Aktion.» Dabei gelte es, nicht nur eine kohärente Entwicklungshilfe, sondern gleichzeitig auch eine kohärente Aussenpolitik zu verfolgen. Die humanitären und politischen Aktionen können sich gemäss Dahinden unter Einhaltung der unterschiedlichen Mandate gegenseitig stärken.

Im Rahmenprogramm wurden mehrere Krisen und die Schweizer Reaktion vorgestellt: Als Beispiel einer menschengemachten Katastrophe diente der Syrien-Krieg, der vor genau drei Jahren ausbrach. Neben der humanitären Diplomatie ist die Schweiz auch mit Projekten in der Region aktiv, wie jenem, das syrischen Flüchtlingskindern den Zugang zu Bildung ermöglichen will. Vorgestellt wurden auch die Krise in der Zentralafrikanischen Republik und der letzte grosse Soforthilfe-Einsatz der Humanitären Hilfe und des SKH nach dem Taifun Haiyan auf den Philippinen. An einem Panel-Gespräch diskutierte schliesslich HH/SKH-Chef Manuel Bessler mit dem ehemaligen IKRK-Generaldirektor Paul Grossrieder und Susanna Swann, der stellvertretenden Generaldirektorin von Médecins sans frontières Schweiz, über die Verantwortung für humanitäre Prinzipien.

Rund 960 Personen nahmen an der Jahrestagung der Humanitären Hilfe und des SKH teil. Die Konferenz versammelt die humanitären Akteure der Schweiz jährlich in einer anderen Schweizer Stadt. Ein Rahmenprogramm erlaubt die Diskussion aktueller humanitärer Themen. Zudem bietet die Konferenz den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Humanitären Hilfe, den Angehörigen des SKH und der Partnerorganisationen, die oftmals in weit entfernten Regionen arbeiten, eine günstige Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Direkt vor der Jahrestagung führen die Fachgruppen des SKH ihre jährlichen Treffen durch.

Zusätzliche Verweise:

(Quelle: EDA)
 
Weitere Berichte über die Humanitäre HIlfe der Schweiz
 
(Auflistung folgt in Kürze)
 
 
 
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