Ölbohrungen, Fischerei und Kriege bedrohen die Arktis

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Bald könnte die Arktis zum ersten Mal in der Erdgeschichte eisfrei sein. Mit verheerenden Konsequenzen für die Menschheit. Wollen wir dies wirklich zulassen? Bild Spitzbergen. © GMC/Otromundo/Vreni Müller

Bald könnte die Arktis zum ersten Mal in der Erdgeschichte eisfrei sein. Mit verheerenden Konsequenzen für die Menschheit. Wollen wir dies wirklich zulassen? Bild Spitzbergen. © GMC/Otromundo/Vreni Müller

Unser Klima und mitunter wir alle sind auf die Arktis angewiesen. Doch sie schmilzt – und zwar rasend schnell. So ist in den letzten 30 Jahren drei Viertel der Nordpol-Eisdecke verschwunden. Bald könnte die Arktis das erste Mal seit Menschengedenken eisfrei sein. Mit dramatischen Folgen nicht nur für indigene Völker, Eisbären, Narwale, Walrosse und andere Arten, die dort leben, sondern für die gesamte Menschheit.

Seit 800’000 Jahren ist die Arktis von Eis bedeckt. Das Eis am Nordpol reflektiert Sonnenstrahlen zurück ins All und sorgt damit – quasi als Klimaanlage der Welt – für stabile Wettersysteme, von denen unsere Nahrungsmittelproduktion abhängt. Doch das Eis schmilzt seit einigen Jahrzehnten rapide, insbesondere weil wir mit fossilen Brennstoffen Energie erzeugen. Nun droht unser Hunger nach fossilen Brennstoffen auch noch einer der letzten halbwegs intakten Regionen der Erde zu zerstören und damit das Weltklima noch mehr zu gefährden.

Shell, Gazprom, BP, Exxon sind in den Startlöchern

Spitzbergen 7In den neuen arktischen Bohrgebieten werden bis zu 90 Milliarden Barrel Öl vermutet: Viel Geld für die Ölfirmen, doch gerade mal ausreichend, um den weltweiten Ölbedarf für drei Jahre abzudecken. Ungeachtet dessen hat das Wettrennen um das Öl der Arktis bereits begonnen. Shell, Gazprom, BP, Exxon und andere riskieren bei der Förderung in der Arktis schwere Ölkatastrophen. Bisher unter Verschluss gehaltene Regierungsdokumente belegen, dass Aufräumarbeiten nach Ölunfällen unter arktischen Bedingungen «nahezu unmöglich» sind und technisches oder menschliches Versagen das labile Ökosystem Arktis zerstören würde. Damit die Ölfirmen in der Arktis bohren können, müssen sie Eisberge von den Plattformen fernhalten und Treibeis mit gewaltigen Wasserkanonen zum Schmelzen bringen. Ein katastrophaler Ölunfall wäre nur eine Frage der Zeit. „Die Unfälle an der Exxon Valdez und der Deep Water Horizon sind uns allen noch im Gedächtnis – wir dürfen nicht zulassen, dass sich ein solches Unglück auch in der Arktis ereignet“, sagt  Greenpeace Mediensprecher Yves Zenger. Daher brauchen daher ein internationales Verbot für Ölbohrungen in arktischen Gewässern, fügt er hinzu.

Die Ausbeutung der Arktis durch Ölfirmen und int. Fischfangflotten muss gestoppt werden. Bald könnte die Arktis zum ersten Mal in der Erdgeschichte eisfrei sein. Mit verheerenden Konsequenzen für die Menschheit. Wollen wir dies wirklich zulassen? Bild Spitzbergen. © GMC/Otromundo/Vreni Müller

Die Ausbeutung der Arktis durch Ölfirmen und int. Fischfangflotten muss gestoppt werden. Bild:  © GMC/Otromundo/Vreni Müller

Anreinerstaaten rüsten sich für militärische Konflikte

Wikileaks-Kabel habe gezeigt: Die USA erwarten «zunehmende militärische Gefahren in der Arktis». Russland ist auf eine «bewaffnete Intervention» in der Zukunft gefasst. Die Gefahr eines Krieges um die Arktis ist real: Anrainerstaaten kaufen bereits U-Boote, Kampfflugzeuge und Atom-Eisbrecher, um ihre Ansprüche auf die Arktis zu untermauern. Russland und Norwegen haben sogar die Schaffung «arktischer Kampftruppen» angekündigt, um ihre nationalen Interessen durchzusetzen.

Doch nicht nur Rüstungsausgaben werden hochgefahren: Sechs Staaten wollen Teile der Arktis als ihre Hoheitsgebiete annektieren – auch um den Nordpol wird gefeilscht. Noch gehört die Arktis der gesamten Menschheit. Wir wollen, dass das so bleibt. Wir fordern ein internationales Schutzgebiet in der hohen Arktis für alles Leben auf der Erde. Doch die hohe Arktis gehört keinem Land der Welt! Und so soll es auch bleiben.

Auch die industrielle Fischerei gefährdet die ArktisSpitzbergen Walross 1

Die heimischen Fischer betreiben seit Jahrtausenden nachhaltigen Fischfang. Doch nun, da das Eis schmilzt, brechen immer mehr industrielle Fischereiflotten zum Fischen in die Arktis auf und bedrohen eines der letzten artenreichen Refugien und die heimische Fischerei. Greenpeace fordert daher auch ein Verbot für zerstörerische Industriefischerei in der Arktis.

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Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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