Palmöl: Migros und Coop top, bei Aldi und Lidl ein Flop

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Borneo: Palmoil-plantations everywhere. Palmölplantagen soweit das Auge reicht, wo einst Regenwälder standen.

Borneo: Palmoil-plantations everywhere. Palmölplantagen soweit das Auge reicht, wo einst Regenwälder standen. Photo: GMC/Gerd Müller

Für Palmöl werden vor allem in Malaysia und Indonesien Tropenwälder im grossen Stil abgeholzt und damit auch die Lebensgrundlage von Menschen, Fauna und Flora vernichtet. Zertifiziertes Palmöl gibt es (noch) genug. Migros und Coop erhalten vom WWF gute Noten. Aldi und Lidl kommen schlecht weg.

Der Anbau von Palmölplantagen wächst weiterhin rasant, nicht nur als umstrittener Agrodiesel sondern auch zur Herstellung vieler Nahrungsmittel und Kosmetika. Der begehrte Rohstoff ist in Schokolade, Margarine und Glacé aber auch in Haut- und Gesichtscrèmes. Weltweit werden auf rund 12 Mio. Hektaren Land und dies zu 87 Prozent in Malaysia und Indonesien rund 50 Mio. Tonnen Palmöl gewonnen, wie die Welternährungsorganisation (FAO) berichtet. Die Anbaufläche habe sich somit mehr als verdoppelt in Indonesien gar verzehnfacht.

Round Table on sustainable Palm Oil (RSPO) noch weit vom Ziel entfernt

Die Ausdehnung der Palmölanbauflächen wird von den beiden asiatischen Staaten rücksichtslos auf Kosten des Urwalds auf Borneo vorangetrieben. Mit gravierenden Auswirkungen, für die dort lebenden Menschen, Tiere und Pflanzen. Daher wurde auf  Anstoss des WWF und der Migros-Initiative  ein sog. „Round table on sustainable Palm Oil (RSPO) geründet, der sich zum Ziel setzte, dass nachhaltig gewonnenes Palmöl in der Schweiz zur Norm werden sollte.

Borneo: Palmölplantagen, wo einst Tropenwälder standen

In Malaysia hat sich die Flächer von Palmölplantagen verdoppelt, in Indonesien verzehnfacht. Und dies, wo einst üppiger Regenwald stand: Photo: GMC/Gerd Müller

Obschon es am nachhaltigem Angebot von zertifiziertem Palmöl nicht fehlt, wurden laut RSPO 2010 nur 56 Prozent des Angebots ausgeschöpft.  Auf der globalen Ebene stammen knapp 10 Prozent des konsumierten Palmöls aus nachhaltigen Anbaugebieten, worauf der WWF 2009 schrieb: „Die Industrie pfeifft auf nachhaltiges Palmöl“.

Die Kritik verfehlte ihre Wirkung nicht. Das WWF-Rating bei 132 europäischen Firmen zeigte, dass immerhin 30 Firmen – darunter auch COOP und die Migros – die höchste Punktzahl erreichten. Konkret kauft die Migros für ihren jährlichen Bedarf von rund 6000 Tonnen Palmöl-Zertifikate ein. Das heisst aber noch längst nicht, dass in den Migros-Produkten nachhaltiges Palmöl drin ist. Doch fördert der Ablasshandel nachhaltige Anbaumethoden. Zudem will die Migros bis 2015 sicherstellen, dass die Migros fast zu 100 Prozent physisch nachhaltiges Palmöl für ihre Produkte verwenden will, wie der Tages -Anzeiger (23.11.11) berichtete. Auch Coop setzt für Ihre Eigenmarken rund 3500 Tonnen Palmöl ein und setzt wie die Migros auf Zertifikate und will bis 2013 bei 80 Prozent ihrer Eigenmarken RSPO-Öl verwenden.  Am Ende der WWF-Punkteskala stehen Aldi und Lidl, die sich um diese Problematik noch zu wenig Gedanken gemacht haben. Und auch die Firma Ecover kriegt ihr Fett ab und wird vom WWF bei den Ecover und Held-Produkten deklassiert.

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Links zu weiteren Umweltreportagen:

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– Wie die CO2-KOmpensations-Maschinerie läuft – Klimafest: Solarimpulse ehrt junge Klimapioniere

http://ch.myclimate.org/de/klimabildung/klimatipps.html

Affoltemer Schüler sparen 6200 Tonnen CO2

–  Der erste myclimate Award für die Tourismusbranche

–  Wie geht das? Ein klimaneutrales Hotel werden

Klimadesaster: Die Malediven versinken

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Ökologische Reiseveranstalter Eviva-Bericht Tourismus & Umwelt Forum

 

Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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