Proteste gegen Xstrata fordern vier Tote in Peru

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In der südperuanischen Provinz Espinar herrscht Ausnahmezustand, nachdem es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstraten gekommen ist, bei denen vier Menschen umkamen und über 50 verletzt wurden. Die Proteste richteten sich gegen ein Tochterunternehmen des in der Schweiz ansässigen Bergbaukonzerns Xstrata.

In der Provinzhauptstadt Yauri eskalierte die Situation, als die Demonstranten den Sitz der von Xstrata gegründeten Stiftung anzündeten und einen staatlichen Funktionär für kurze Zeit als Geisel nahmen, nachdem sie sein Auto in Brand gesteckt hatten. Während die Demonstranten behaupteten, die Ordnungskräfte hätten einfach in die wehrlose Menge der Demonstranten geschossen, sagten die Uniformierten, dass sie sich nur verteidigten, als sie mit Steinen angegriffen wurden.

Drei Studien hatten ergeben, dass die Förderung von Edelmetallen die Gewässer und Böden der Region erheblich mit Schwermetallen belastet, sagt der Provinzvorsteher Oscar Mollohuanca, der die Protestbewegung anführt. Demgegenüber verweist die Regierung unter Präsident Ollanta Humala auf Berichte von staatlichen Institutionen, die keine Verschmutzung der Gewässer ergab.Der Forstingenieur und Agronom Marc Doujoreanni beklagt die notorische Schwäche des peruanischen Staates, Umweltauflagen durchzusetzen und betont die erbärmliche Qualität der Verträglichkeitsstudien.

Doch die Auseinandersetzungen stürzten den peruanischen Präsidenten in ein Dilemma, da er als Oppositioneller selbst scharfe Kritik an den Bergbaukonzernen ausübte. Laut einem Regierungsbericht gibt es in Peru insgesamt 152 Konflikte , die einen ökologischen Hintergrund aufweisen. Der Anteil der Bergbauindustrie an den peruanischen Exporten beträgt 60 Prozent.

Xstrata-Manager kassieren bis zu 370 Millionen Franken bei Fusion mit Glencore

Der Chef des Bergbaukonzerns Xstrata erhielt laut Tages-Anzeiger 2011 eine Gesamtentschädigung von 9,6 Mio. Pfund in Form von Lohn, Bonus, Pensionskassenentschädigung und anderen Zuschüssen. Um Mike Davis und seine Entourage zur Fusion mit Glencore zu motivieren soll er auch die nächsten Jahre bis 2015 soviel erhalten, was insgesamt umgerechnet rund 43 Mio. Franken ausmacht. Zusätzlich soll er nach der Fusion zur Glenstrata auch noch 25 Mio. Pfund Aktien erhalten. Das Füllhorn wird über 72 weitere Xstrata-Manager ausgeschüttet. Auch der Finanzchef Trevor Reid und santiago Zaldumbide, Chef der Division Zink, erhalten mehrere Millionen Pfund bis 2014. Sechs weitere Top-Manager teilen sich 32 Mio. Pfund und für die 60 Topkader stehen weitere 90 Mio. Pfund zur Verfügung. So kassiert das Top-Management in den nächsten Jahren umgerechnet über 370 Mio. Schweizer Franken ab. Die Glencore-Zentrale in Baar betont, die Anreize sollen sicherstellen, dass die Interessen der Xstrata-Aktionäre wahrgenommen werden. Bei dieser Argumentation bleibt einem glatt die Spucke weg.

Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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