Schlappes Basler Gericht kennt «Passagierrechte für Überseeflüge» nicht und benachteiligt Schweizer

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Seit 2006 haben auch Flugpassagiere ein Anrecht auf eine Entschädigung bei Flugannulationen und Verspätungen über drei Stunden, wie der europäische Gerichtshof beschied. Sie können sich dabei auf eine EU-Verordnung abstützen, die auch für die Schweiz und die Swiss gilt. Das Basler Gericht kennt diese Verordnung nicht und kam zu einem peinlichen Verdikt

Gestützt auf dieses Urteil und die EU-Verordnung  forderte ein Passagier laut einem Bericht des «Beobachter» die Swiss  zu einer Entschädigung von 725 Franken auf, weil sein Flug nach Brasilien mit neun Stunden Verspätung abhob.

Das Basler Zivilgericht wies die Klage mit einer kuriosen Begründung ab: Die EU-Verordnung gelte nur für Flüge zwischen der Schweiz und der EU, nicht aber für Verbindungen in andere Länder.  Das Gericht habe offenbar den Anhang des Flugverkehrsabkommens zwischen der Schweiz und der EU nicht genau gelesen, konstatiert der St. Galler Rechtsprofessor und Reiserechtsexperte Vito Roberto trocken. Dort steht nämlich, dass die Fluggastrechte der EU genauso für die Schweiz gelten und  somit auch Üb erseeflüge miteinschliesse.

Pikant dabei ist, dass sich das Gericht auf die Lehrmeinung von Regula Dettling-Ott abstützte, die nachweislich nicht neutral ist, da die Flugrechtsprofessorin nachweislich seit 2005 für die Swiss und seit 2010 auch für die Lufthansa tätig ist.

Auch das Bundesamt für Zivilluftfahrt kann das Basler Rechtsurteil nicht nachvollziehen. Das Bazl wies die Schweizer Luftfahrtsgesellschaften in einem Rundschreiben darauf hin, dass die EU-Verordnung auf für Flüge in Nicht-EU-Staaten gelte und Verstösse mit einer Busse bis 20‘000 Franken bestraft würden.

So fordern Sie Ihre Rechte ein:

Bei Verspätungen über drei Stnden oder Annulationan haben Sie Anrecht auf eine Entschädigung, die bis max. Franken 725.- ausfallen kann. FOrdern Sie erst die Entschädigung bei der Airline an. Zahlt diese nicht, können Sie sich beim Bundesamt für Ziviluftfahrt melden und abklären, wie es um Ihre Rechte und Entschädigung aussieht. Tel. 031 325 95 96, E-Mail: passangerrights@bazl.admin.ch. Danach steht dem PAssagier der Rechtsweg nd eine Klage bei einem Schweizer Gericht am Sitz der Fluggesellschaft offen. Zudem gibt es die deutsche Inkassostelle www.flightright.de, die auch für Schweizer tätig wird aber 1/3 der Entschädigungssumme für sich behält.

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Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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2 Kommentare zu Schlappes Basler Gericht kennt «Passagierrechte für Überseeflüge» nicht und benachteiligt Schweizer

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