Schweiz spielt Vorreiterrolle im Kampf gegen Kindersex-Tourismus

Print Friendly, PDF & Email

Der Bund finanziert in Bangkok den Hauptsitz und die Kampagne der Organisation TheCode, die Kinder vor sexueller Ausbeutung schützen soll. Airlines, Hotelketten und Schweizer Reiseveranstalter helfen kräftig mit, das Übel bei den Wurzeln zu packen und die Gelegenheitstäter aus entwickelten Ländern in die Schranken zu weisen.

Allein in Kenya kommt es täglich zu 1500 sexuellen Kontakten zwischen Kindern und ausländischen Gästen. Nach Schätzungen des UNO-Kinderhilfswerk UNICEF sind weltweit rund zwei Millionen Kinder von sexueller Ausbeutung durch Touristen betroffen.

«Nicht Pädophile sind das Problem beim internationalen Sextourismus, sondern Geschäftsleute und Touristen», betont Kuonis Nachhaltigkeitsleiter Matthias Leisinger, der als Präsident von The Code amtet und kräftig mitgeholfen hat, dass die in Europa vor 12 Jahren gegründete Organisation zu einem Weltverband mit 1000 Mitgliedern geworden ist.

Nachhaltiger Tourismus bedeutet auch Bekämpfung des Kinder-Sextourismus

Zu den wichtigsten Förderländern von TheCode zählen die Länder Deutschland, Österreich, Schweden und die Schweiz. «Das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) finanziert den in Bangkok angesiedelten Hauptsitz der Organisation TheCode  in den nächsten drei Jahren mit 1,1 Mio. Franken und gibt für Kampagnenmaterial rund 300‘000 Franken aus», sagt Hans-Peter Egler, der Leiter des elfköpfigen Teams beim Seco. Das entwicklungspolitische Ziel des Bundes diene auch der Förderung eines nachhaltigen Tourismus, der ohne die Bekämpfung des Sextourismus nicht zu erreichen sei.

The Code kann seit vielen Jahren auf die Unterstützung der Schweizer Reiseveranstalter Globetrotter, Hotelplan, Kuoni und TUI Europa sowie auf die Hotelkette Accor. Die Airline-Gruppe Air France-KLM spendet der Organisation Gratisflüge. Die Swiss und Muttergesellschaft Lufthansa fehlen bei den Gönnern.

Vielleicht ändert sich dies noch, denn kürzlich stimmten in Berlin auch Deutschland und Österreich zu, das Meldesystem des Fedpol zu übernehmen. Dieses 2008 in der Schweiz eingeführte Melde-system hat zwar in den vergangenen Jahren nur 29 Meldungen von in- und ausländischen Behörden erhalten, sei aber dennoch ein probates Mittel, das mit Hilfe von Deutschland und Österreich neuen Schwung erhalten soll. Selbst die EU signalisiere Interesse an dem Schweizer Meldesystem, sagt Egler. Darüber hinaus wollen auch Oststaaten prüfen, ob das Schweizer Meldesystem bei grösseren Sportanlässen eingesetzt werden könne.

In Bangkok sind derweil vier Personen damit beschäftigt die neue Kampagne von „Stop Child Tourism“ aufzugleisen. Dazu gehört die Produktion von Filmen auf Flügen zu Sextourismus-destinationen und Flugblätter für Hotels .

Ziel der Kampagne ist es, dass die Leute nicht mehr wegschauen, wenn sie in den Ferien oder auf Geschäftsreisen eindeutige Handlungen sehen, die auf sexuelle Handlungen mit Kindern deuten.  In diesem Fall sollte in erster Linie das Hotelpersonal , in gravierenden Fällen die Schweizer Botschaft informiert  werden oder die Beobachtungen können später auch dem Fedpol in der Schweiz gemeldet werden.

Zur Themenübersicht |  Zum Bildarchiv

Weitere Berichte dieser Art, die Sie interessieren könnten:

Am UNO-Tag des Kindes feiert die Stiftung Kinderschutz Schweiz ihr 30-Jahre Jubiläum

Breites Engagement zur Bekämpfung von Kindersextourismus

Umweltflüchtlinge sollen nicht länger völkerrechtlich schutzlos bleiben

Humanitäre Hilfe: Helfen ist nichts für Abenteurer

 

 

Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
Dieser Beitrag wurde unter AFRIKA, AIRLINES, ASIEN, Bangkok, BURMA, Destinations, DEUTSCHLAND, DEZA, ECAPT, EDA, EUROPA, Governments, HUMANITÄRE HILFE, HUMANITÄRE HILFE AFRICA, HUMANITÄRE HILFE ASIEN, HUMANITÄRE HILFE EUROPAS, Humanität, INDONESIEN, INTERNATIONAL, KAMBOTSCHA, KENYA, Kinderschutz, LATIN-SUED-AMERIKA, Menschenrechte, MITTELAMERIKA, NGO's, Österreich, PHILIPPINEN, Schweiz, Schweizer Regierung, Seco, SRI LANKA, Thailand, TRANSPORT, TRAVEL-TIPPS, UNICEF, UNO-Organisationen, Vietnam abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.