Sind die Weltmeere die Energiequelle der Zukunft?

Print Friendly, PDF & Email

Energie aus den Ozeanen wird schon länger vielerorts seit langer Zeit gewonnen. Aber der Technologieschub, die Verfahren und die höhere  Energieeffizienz haben sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Nun stellt sich die berechtigte Frage, ob die Weltmeere die Energiequelle der Zukunft sein werden?

Mitten in Manhatten ein Gezeitenkraftwerk? Keine Utopie, sondern eine junge Realität. Das US-Ministerium hat errechnet, dass sich mit Gezeiten- und Wellenkraftwerken zusammen ein Drittel des amerikanischen Strombedarfs decken könnte. Theoretisch. Das bisher vernachlässigte Potential sei enorm und eine ideale Möglichkeit, den Wasserenergieanteil der USA vonn bisher bescheidenen sechs Prozent signifikant zu erhöhen.

Entsprechende Daten gibt es auch für den europäischen Raum. Im Jahr 2015 könnten bis zu 15 Prozent des EU-Strombedarfs durch Gezeiten- und Wellenkraftwerke gedeckt werden, heisst es in einem Bericht der European Ocean Energy Association. Einige grössere Stromkonzerne sind bereits in den Startlöchern und bauen die Infrastruktur für die kostenlose und nie versiegende Energiequellennutzung auf. Das derzeit grösste Werk könnte in der Severen-Mündung bei der englischen Stadt Bristol gebaut werden, wenn private Investoren für das 50 Mia. teure Projekt gewonnen werden. Mit einer Leistung von 8600 Megawatt wäre es leistungsfähiger als alle Schweizer Atomkraftwerke zusammen.

Ein konkretes Beispiel in der Fundy Bay im Südosten Kanadas, zeigt was die Atlantikströmung in topografisch günstiger Lage so hergibt: Durch Ebbe und Flut fliessen hier in dieser trichterförmigen Bucht 100 Kubikkilometer Wasser pro Tag durch. Das entspricht inetwa der Wassermenge, die alle Flüsse der Welt zusammen täglich ins Meer fliessen lassen. Mit bis zu 16 Metern sind die Gezeitenkoeffizienten hier extrem hoch: mit bis zu fünf Meter pro Sekunde (18km/h) fliesst das Wasser durch die Fundy Bay. Durch die hohe Fliessgeschwindigkeit und schiere Wassermasse werden die Drehschaufeln in Schwung gebracht  und die Drehung des Schaufelrades wird dann in den Generator eingespeist. Hinter dem Kraftwerkbau in der Fundy Bay steckt der französische Elektrokonzern Alstom.

Ein Beispiel alter Schule  liegt an der Flussmündung Rance in der Bretagne. Hier werden schon seit 40 Jahren die Gezeiten in Strom umgewandelt. Die in einer Staumauer installierten Turbinen liefern eine halbe Milliarde Kilowattstunden. Das Rance Werk hat sich bewährt, doch blieb es ohne nachahmer, weil die thermischen Kraftwerke billigeren Strom im Überfluss anbieten konnten. Nachdem nun aber Kohle, Gas und KErnkraft kritscher angesehen werden, ist die Gezeitenenergie wieder ein brandaktuelles Thema. Und ein sehr nachhaltiges dazu. (Quelle: Dieser Bericht wurde von der ETH Zürich übernommen).

Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
Dieser Beitrag wurde unter INTERNATIONAL, Umwelt, Wasserkraftwerke abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.