Südafrika-Aktensperre nährt den Verdacht, ein rabenschwarzes Kapitel zu vertuschen

Print Friendly, PDF & Email

Der Bundesrat hält heikle Dokumente aus der Apartheitzeit weiterhin unter Verschluss und nährt damit den Verdacht, das die dunkle Seite der schweizerischen Südafrikapolitik so rabenschwarz aussieht, dass die Bankenlobby einmal mehr intervenieren musste, damit nicht noch mehr ungebührliches Material an die Öffentlichkeit kommt. Auch die damaligen Bundesräte fürchten sich, an den Pranger gestellt zu werden, weil sie das Apartheidregime bis zuletzt tatkräftig unterstützten.

Der St. Galler SP-Ständerat Paul Rechsteiner forderte in einer Interpellation den Bundesrat auf, die Südafrika-Akten im Bundesarchiv seien zu öffnen. Doch scheiterte er mit seinem Vorhaben, ein wenig Licht in das dunkle Kapitel der Schweiz als «Helfershelferin des Apartheidregimes» zu bringen, welche während den UNO-Sanktionen brisante Geschäfte und Finanztransaktionen mit dem rassistischen Regime machte. Denn der Bundesrat hat letzte Woche entschieden, dass gewisse Akten aus dem Finanzdepartement auch weiterhin unter Verschluss bleiben.

Damit verlängert der Bundesrat die 2003 provisorisch erlassene Einsichtssperre auf unbestimmte Zeit, obschon gemäss Archivierungsgesetz, alle Akten, die über 30 Jahre alt sind, freigegeben werden. Mit seinem Entscheid handelt sich der Bundesrat nun harsche Kritik seitens der Linken und einiger Historiker ein.

Pikanterweise liess Bundesrätin Evelin Widmer-Schlumpf durchblicken, dass nicht das Bundesamt für die Archive, sondern das Finanzdepartment unter Federführung von Alexander Karrer, Staatssekretär für internationale Finanzfragen (SIF) für die Intervention verantwortlich sei.

Der Historiker Peter Hug, der am Nationalen Forschungsprogramm «Die Schweiz und Südafrika 1948 – 1994 mitgewirkt hatte», ist überzeugt, dass die Informationssperre des Bundesrates auf «Befehl des Paradeplatzes» erfolgt sei und es nur darum gehe, unter dem Deckel zu behalten, wie intensiv Bundesrat und Verwaltung das rassistische Apartheidregime unterstützt haben», derweil die UNO-Sanktionen schon angelaufen waren. Hug vermutet, dass in diesen Akten wohl einiges stehe, dass ein schiefes Licht auf die Schweiz als «Helfershelferin der Apartheid» werfen könnte. Und Georg Kreis, der damalige Leiter des Forschungsprogrammes doppelt nach, in dem er sagt, «dass sich der Bundesrat wohl selber schütze, weil die betroffenen Firmen dem Bund mit Verantwortlichkeitsklagen gedroht  und angekündigt hätten, im Falle von Schadenersatzforderungen auf den Bund zurückzugreifen zu wollen.

Die Schweizer Grossbanken verdanken ihren direkten Draht zum Bundesrat dem «Initiator und Architekten» der unbotmässigen Aktensperre.

Daher liegt der Verdacht nahe, dass sich die Schweizer Hochfinanz und die UBS gegen die Offenlegung der Akten gesträubt und v9ia Karrer erfolgreich beim Bundesrat lobbiert haben. Gewiss haben auch die Alt-Bundesräte Villiger, Felber und Merz bei ihren Kollegen dafür geweibelt, dass die brisanten Geschäfte nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Das sieht auch Paul Rechsteiner so, der sagt, «die Bremser sitzen ganz oben».

Dies wiederum legt den Schluss nahe, dass sich die Schweiz weitaus mehr exponiert hat, als bisher bekannt wurde. Schon damals kritisierten zahlreiche politische Kreise und insbesondere die Anti-Apartheid-Bewegung die UNO-Sanktionsumgehungspolitik der Schweiz, die sie allein aufgrund ihrer „Neutralität“ und als Nicht-Mitglied der UNO vollziehen konnte – aber auch zunehmend unter Beschuss kam. 

Wie man weiss und ausreichend belegt ist, haben Schweizer Firmen und Banken das Apartheidregime bis zum letzten Atemzug ausreichend allimentiert und kräftig unterstützt und dafür während den Sanktionen auch den gesamten Goldhandel umgepolt und an sich gerissen. Auch Waffengeschäfte wurden damals mit Südafrika gemacht. Bührle und Pilatus waren ganz vorne mit dabei.  Auch Ex-Bundesrat Blocher exponierte sich in den 80er Jahren sehr stark für das rassistische Regime am Kap. Sowohl Politik, Behörden und Banken als auch die Geheimdienste und Militär spielten damals wie heute Eintracht und sassen alle im gleichen Boot.

Weitere Berichte über die Schweizerische Südafrika-Politik, die Sie interessieren könnten:

Trauer um „Madiba“: «Eine Lichtgestalt hat die Erde verlassen» | Appartheid-Dossier: Die Schweiz war „immer  zur Stelle, wenn es brenzlig war“ | Schweiz-Südafrika: Intensive bilaterale Beziehungen | Schweiz-Südafrika: Wirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit auf dem Prüfstand | Ökotourismus ist für Südafrika von existenzieller Bedeutung | Traurige Bilanz: Wilderer töteten 2011 über 2500 Elefanten | Südafrikas Ökopioniere und sozial Engagierte | Wilderer töten täglich ein Nashorn in Südafrika| Südafrika: Stau am Zebrastreifen | Wine Wildlife Wellness am schönsten Ende der Welt_(WOW)Rooibos-Raub: Nestlé betreibt Biopiraterie mit südafrikanischen Pflanzen | Behandlung von Kindern mit medikamentenresistenter Tuberkulose in Swasiland | Südafrikas Ökopioniere und sozial Engagierte | Sippo: Swiss Import Promotion Programm für Südafrika | Protest against rhino poaching in Johannesburg

Links zu den Themen-Specials und regionalen Übersichten

Alle Bilderstrecken 2012/13 | Reisetipps | Tourismus-Dossier Schweiz Reiseziele nach Ländern sortiert | Gesundheit – Lifestyle – Wellness | Umweltberichte | Humanitäre Berichte | Cruise-Reports| Hotelportraits | Berner Oberland Berichte | Engadiner Berichte Lago Maggiore Berichte

Allmynews-Empfehlung für Ihre nächste Südafrika-Reise:

Der Wanderreisen-Spezialist Imbach in Luzern bietet eine 15-tägige Südafrika Rundreise mit Wanderungen an, die hier mit einem Auszug aus dem Reiseprogramm beschrieben wird. Die Reise kostet pro Person ab Fr. 5750.-  und ist an folgenden drei Daten 2013 vorgesehen:

04.04.–19.04.14 Fr-Sa für 5750.–

13.10.–29.10.14 Mo-Mi für 5900.–

14.11.–29.11.14 Fr-Sa für 5900.–

Zum Imbach-Reiseprogramm

1. Tag: Hinflug Zürich–Kapstadt Flug mit SWISS von Zürich nach Kapstadt.  Transfer ins Hotel

2. Tag: Stadtbesichtigung Kapstadt

Vormittags machen wir eine Stadtrundfahrt zum Malaienviertel und Hafen. Bei  schönem Wetter besteht die Möglichkeit mit  der Seilbahn auf den 1087 Meter hohen Tafelberg zu fahren. Danach fahren wir die Küstenstrasse «Chapman‘s Peak» zur Bucht «Hout Bay». Wir unternehmen eine erste Wanderung der Küste entlang. Weiterfahrt zum Naturreservat Kap der guten Hoffnung. Dort gehen wir zu Fuss oder mit der Bahn zur Kapspitze, um die Aussicht auf das Meer zu geniessen. Nach der Wanderung auf dem Silvermine Trail gelangen wir am späten Nachmittag zurück nach Kapstadt. Wanderzeit ca. 3 Stunden.

3. Tag: Wellington und Bain‘s Kloof Pass.

Wir fahren von Kapstadt über den  Bain‘s Kloof Pass nach Wellington. Von hier aus unternehmen wir eine Wanderung dem Fluss entlang bis zum eindrücklichen Wasserfall. Danach Weiterfahrt nach Paarl in unser Hotel mit Spa. Nachmittag zum geniessen und entspannen. Wanderzeit ca. 2½ Stunden.

4. Tag: Schulbesuch und Weindegustation.

Wir lernen den Rektor  und einige Lehrer der  Schule kennen und erhalten einen Einblick in den Schultag. Die Hauptsprache der Schule ist Xhosa, eine der zwölf Landesprachen von Südafrika. Anschliessend kurze Fahrt nach Stellenbosch zu einem Weingut mit einer Kellerführung und einer Weindegustation. Nach einem Spaziergang durch die zweitälteste Stadt Südafrikas  haben Sie den Nachmittag zur freien Verfügung.

5. Tag: Pinguinkolonie in Betty‘s Bay.

Unsere Fahrt der Küste der «False Bay» entlang führt uns nach Betty‘s Bay wo wir eine unbekannte Pinguinkolonie besuchen. Danach unternehmen wir eine Wanderung im Harold Porter National Botanischen Garten. Dieses Naturreservat ist über 100‘000 ha gross und liegt am Fusse der Küstenbergkette. Der Garten ist sehr bekannt für seine seltenen Orchideen. Weiterfahrt über den Tradouw Pass und über die Route 62 nach Oudtshoorn in die Halbwüste Kleine Karoo.

6. Tag: Straussenfarm und Robberg Naturreservat.  

Oudtshoorn ist das weltgrösste Zentrum der Straussenzucht. Auf der nördlichen Seite der  Berge ist es trocken und heiss und es gibt nur  spärliche Vegetation. Dies sind die idealen  Voraussetzungen für die Aufzucht von Straussenvögeln. Wir unternehmen eine interessante Führung durch die Farm. Anschliessend Passfahrt über den imposanten Quteniqua  Pass nach George und weiter durch das Seengebiet in das Tsitsikamma Urwaldgebiet. Wanderzeit ca. 2½ Stunden.

7. Tag: Tsitsikamma National Park

Wir unternehmen eine Wanderung auf einem  Teil des berühmten Otter Trails. Der Park besteht aus dem ursprünglichen Urwald mit seinen alten, bis zu 40 Meter hohen Bäumen und einen 5,5 Kilometer breiten Streifen des küstennahen Meeres. Diese massiven Gelbholzbäume sind über 800 Jahre alt. Zudem gibt es eine artenreiche Vogelwelt. Der Weg führt uns  an der felsigen Küste entlang und es besteht  die Möglichkeit weiter bis zur Hängebrücke zu  wandern. Nachmittag zur freien Verfügung.  Wanderzeit ca. 3 Stunden.

8. Tag: Weiterflug nach Durban

Flug mit SOUTH AFRICAN von Port Elizabeth nach Durban und Transfer ins Hotel.

9. Tag: Durban–Mkuze

Vormittags bleibt etwas Zeit um die Stadt zu  entdecken. Anschliessend Fahrt an vielen Zuckerrohrplantagen und Wäldern vorbei in Richtung Norden nach Mkuze.

10. Tag: Safari im Mkuze Tierreservat

Frühmorgens starten wir von unserer Lodge aus ins Mkuze Tierreservat. Am Eingangstor begrüsst uns der Ranger. Wir unternehmen eine ca. dreistündige Safari im Geländewagen. Am Nachmittag erleben wir eine Safari zusammen mit einem Ranger zu Fuss. Mehr als 400 verschiedene Vogelarten, wie beispielsweise der Weisskopfadler und auch Antilopen, Büffel, Giraffen und Nashörner sind im Reservat zu finden. Mit etwas Glück sehen wir auch einen Geparden oder Leoparden. Wanderzeit ca. 3½ Stunden.

11. Tag: Pongola–Barberton

Unsere Reise führt nach Pongola und Barberton. Während der Fahrt erfahren wir viele spannende und interessante Sachen über Land und Leute. In Barberton, eine ehemalige Goldgräberstadt, machen wir eine Pause.

12. Tag: Kruger National Park

Ganztägige Pirschfahrt im Reisebus im Kruger National Park. Es besteht die Möglichkeit eine fakultative ganztägige Pirschfahrt im offenen Geländewagen im Kruger National Park zu unternehmen. Abends geniessen wir einen typisch südafrikanischen «Braai» – ein Barbeque unter freiem Sternenhimmel.

13. Tag: White River–Rustenburg

Eine eindrucksvolle Fahrt führt uns vom «Loveld» in das «Highveld», ein Hochplateau. In Belfast erreichen wir eine Höhe von über 2000 Meter. Hier befindet sich auch die höchst gelegene Eisenbahnstrecke Südafrikas.

14. Tag: Kedar Privat Naturreservat

Wir unternehmen eine Wanderung durch das Reservat oder geniessen den Tag in der Lodge. Abends geniessen wir ein gemeinsames Ab-schiedsessen und lassen unsere Eindrücke der letzten Tage nochmals Revue passieren. Wanderzeit ca. 2½ Stunden.

15. Tag: Pretoria und Rückflug

Wir besuchen die Regierungshauptstadt Pretoria. Wir besuchen das «Voortrekker Monument» und weitere Höhepunkte wie die weltgrösste Fernuniversität «Unisa», das Regie-rungsgebäude und den Church Square. Auf diesem Platz stand die erste Kirche. Einige Gebäude von historischem und architektonischem Wert sind bis heute noch erhalten. Anschliessend Fahrt zum Flughafen nach Johannesburg. Flug mit SWISS von Johannesburg nach Zürich.

16. Tag: Ankunft in Zürich. Frühmorgens Ankunft in Zürich

 

IMBACH-Leistungen

■  Flug inkl. Taxen und Gebühren

■  Begleitfahrzeuge für Ausflüge und

■  Transfers, Unterkunft in landestypischen Hotels und

■  Lodges, Frühstück, zusätzlich 9 Mahlzeiten

■  Alle aufgeführten Wanderungen,

■  Ausflüge, Eintritte und Besichtigungen, Trinkgelder in Hotels & Restaurants

■  Lokale Reiseleitung und Wanderführung

■  Zuschläge (exkl. Einzelzimmerzuschlag 580.–), Annullierungskosten- und Assistance Jahresversicherung 105.–, Zuschlag unter 10 Personen 300.–

■  Safari Kruger National Park im Geländewagen ca. 800 ZAR / 90 CHF

Weitere Auskünfte erhalten Sie bei:

 

Imbach Reisen

Zürichstrasse 11

CH-6000 Luzern 6

Telefon: +41 (0)41 418 00 00

E-Mail: info@imbach.ch

www.imbach.ch

 

 

 

 

Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
Dieser Beitrag wurde unter AFRIKA, EFD, Governments, HUMANITÄRE HILFE AFRICA, Humanität, INTERNATIONAL, NGO's, Schweiz, Schweizer Regierung, SÜDAFRIKA, WBF abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Südafrika-Aktensperre nährt den Verdacht, ein rabenschwarzes Kapitel zu vertuschen

  1. Pingback: Kapststadt: Am schönsten Ende der Welt |

  2. Pingback: Trauer um “Madiba”: «Eine Lichtgestalt hat die Erde verlassen» |

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.