Tessin: aus der Touristen-Idylle von Asylsuchenden vertrieben

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Mit Asylunterkünften errecht man zwar eine hohe Auslastung des Hotelbetriebes, doch handeln sich die Hoteliers auch grossen Ärger mit den Touristen ein und vergraulen die Stammgäste. Zum Ärger der Hotelgäste werden im Tessin Asylbewerber in Pensionen untergebracht.

Eine Hotelasylunterkunft  befindet sich im Hotel Garni Montaldi beim Bahnhof Locarno, wie der Tages-Anzeiger berichtet. In dieser Absteige bringt der Kanton Asylbewerber unter. Nicht nur zum Ärger der Gäste, auch der Muralter Gemeinderat ist nicht begeistert, dass die Asylbewerber mitten in der Tourismusregion einquartiert werden und nicht in adäquaten Unterkünften an der Peripherie.  Das Problem sei bloss, dass es an adäquaten Unterkünften im ganzen Kanton fehlt, um den Ansturm der Flüchtlinge zu bewältigen. Beim Grenzkanton gehen monatlich 700 Gesuche über den Tisch und diese Personen müssen auch eine Unterkunft haben. Das Empfangszentrum des Bundes in Chiasso sei mit 150 Plätzen schon restlos ausgebucht, sagt Renato Scheurer, der kantonal zuständige Behördenvertreter.

Pensionen und Hotels als Überdruckventile für Asylantenansturm

So bald die sogenannten Überdruckventile des Kantons Tessin,  die Rot-Kreuz-Zentren, überfüllt sind, würden die Asylanten in günstigen Pensionen untergebracht, sagt Scheurer. Ende November 2011 waren es rund 240 Personen, die in Hotels lebten. Dieses Niveau hat sich vorderhand eingependelt, liegt der Stand heuer auch wieder bei 230 Personen,  Das dabei der Eindruck entsteht, die Asylanten machen bei uns Ferien auf Staatskosten, ist den kantonalen Behörden wohl zu wenig bewusst oder wird hier der Fremdenhass bewusst ein wenig mit dem Touristen-Cliché geschürt? Die Kosten beliefen sich täglich auf 90 Franken pro Person Vollpension. 60 Franken für die Unterkunft und 30 Franken für’s Essen.

Die Situation ist nicht neu. Schon 2009 wurden Asylsuchende in Hotels einquartiert. Damals waren esallerdings nur 73 Personen. Zwar wollen der Bund und der Kanton Tessin nun vorwärts machen und haben ein neues Zentrum mit 150 Plätzen angekündigt. Ob das reichen wird und wie die Bevölkerung darauf reagiert, ist völlig offen. Derweil werden weiterhin Asylsuchende für teures Geld in Touristenunterkünften untergebracht.

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Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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