Tückische Tessiner Flüsse gefahrlos geniessen

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Die Idylle trügt: Die Wildwasser im Verzasca- und Maggia-Tal bergen tödliche Gefahren. Seit der Präventionsplakatkampagne ist die Zahl der Todesfälle stark zurückgegangen. Bild. GMC/Gerd Müller

Das Tessin geriet in der Sommerzeit immer wieder in die Schlagzeilen wegen tödlichen Badeunfällen. Dank den Kampagnen vor Ort im Maggia- und im Verzasca Tal ist die Anzahl der tödlichen Badeunfälle allerdings stark zurückgegangen. Während es vor zehn Jahren noch bis zu zehn Opfer jährlich gab, sind es heuer noch 2-3 Tote bei Badeunfällen.

Zu den grössten Attraktionen des Tessins zählen im Sommer die beiden Täler Maggia und Verzasca und das Baden in den beiden wilden Bergflüssen. Besonders die Orte Ponte Brolla im Maggia Tal und Lavertezzo im Verzasca Tal ziehen viele Badegäste an, da sich in den ausgewaschenen Felsen sogenannte Pozzi, steinerne Badewannen geformt haben. Und im Zuge der zunehmenden Begeisterung für Canyoning gelangen immer mehr Touristen in den Wildwasser. Dass diese auch erhebliche Gefahren haben, sieht man den Gebirgsflüssen nicht immer an.

Doch glatte Steine, starke Strömungen und heftige Wasserwirbel gerade in den Pozzis, welche die Badenden kräftig nach unten ziehen, sind einige der Gefahrenherde, die in der Vergangenheit zu Todesfällen führten. Ein anderer Grund ist, dass die Kraftwerke weiter oben plötzlich Wasser in den Stauseen ablassen, die den Flusspegel und die Flussströmung jäh stark ansteigen lassen.  Gesetzlich sind die  Werkbetreiber nicht dazu verpflichtet, eine Vorankündigung zu machen, wenn sie Wasser ablassen. Zugunsten einer besseren Prävention  haben die Kraftwerke aber eine Hotline eingerichtet, welche über die tagsüber vorgesehenen Abflüsse aus den Staubecken informiere. Die Canyonisten werden auf den Tafeln an allen touristischen Orten auf die Hotline aufmerksam gemacht. Rafaele Demaldi, Chef der kantonalen Wasserpolizei, ortet die grösste Gefahr aber in den unsichtbaren Wirbeln unter der Wasseroberfläche, die meistens  nur den Einheimischen bekannt sind.

Seit an vielen schönen Badestellen aber Plakate mit der Aufschrift «Viel Spass … aber Achtung» gefolgt von Gefahrenhinweisen in vier Sprachen angebracht sind und zudem Patrouillen die Touristen auf die Gefahrenzonen und -potentiale aufmerksam machen, sind Badeunfälle mit Todesfolge  stark zurückgegangen.

Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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