Umweltflüchtlinge sollen nicht länger völkerrechtlich schutzlos bleiben

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Menschen, die vor Umweltkatastrophen in ein anderes Land fliegen müssen, sind schutzlos. Sie haben kein anerkanntes Flüchtlingsstatut. Das soll sich ändern, finden die Schweiz und Norwegen und lobbyieren bei der UNO, damit diese Lücke im Völkerrecht geschlossen wird.

Nach den verheerenden Erdbeben in Haiti strömten zehntausende von Haitianern in die benachbarte Dominikanische Republik. Die Regierung des beliebten Reiseziels in der Karibik, deportierte die Flüchtlinge wieder in ihr Heimatland und schloss die Grenzen. Das ums Überleben kämpfenden Haitianer mussten diese Rückführung hinnehmen, denn sie geniessen keinen Schutz so wie politische Flüchtlinge.

Mit dem fehlenden Umweltflüchtlingsstatut im Völkerrecht geht einher, dass es auch keine Institution gibt, welche diesen Menschen hilft. Sie sind allein auf die Katastrophen-Hilfe angewiesen. Ginge es nach dem Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Antonio Gutterez, sollte sich das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) inskünftig auch um Umweltflüchtlinge kümmern.

Gutterez zur Seite stehen die Schweiz und Norwegen, die sein Anliegen unterstützen und versuchen in der UNO möglichst viele Länder von der Notwendigkeit zur Schliessung der völkerrechtlichen Lücke zu überzeugen. Das gelingt ihnen nur mässig. Der Widerstand in der UNO ist (noch) gross und vielfältig. Einige vertreten die  Meinung, das UNHCR soll sich nur um politische Flüchtlinge kümmern, andere befürchten eine Einmischung in „innere Angelegenheiten“  und die Mehrheit befindet, es gäbe dringendere Prioritäten. Einig sind sich fast alle nur darüber, das es schwierig sei, angesichts regional stark unterschiedlichen Problemen eine einheitliche, völkerrechtlich vertretbare Konvention auszuarbeiten.

Gemäss Schätzungen des Zentrums zur Überwachung interner Vertreibungen (IDMC) flohen im vergangenen Jahr rund 15 Millionen Menschen vor Naturkatastrophen wie Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Überflutungen. 2010 war es aber über 40 Millionen Menschen, die vor Naturkatastrophen flüchteten.

Nach Haiti, als grösster Krisenherd 2010, ist Kenya zur Zeit besonders heftig von den Flüchtlingsströmen aus Somalia betroffen. Denn dorthin  strömen nicht nur die von der Gewalt vertriebenen Menschen sondern auch viele Leute, denen die Lebensgrundlage aufgrund der Dürre entzogen wurde.  Ferner werden dereinst ganze Inselstaaten im Meer versinken und zur Migration von ganzen Völkern führen. Diese Fakten sowie weitere Faktoren veranlassen die Schweiz und Norwegen in der Sache der Klimaflüchtlinge weiterhin hartnäckig guten Boden in der UNO zu gewinnen. Das Bestreben erinnert an die Ächtung der Landminen und Streubomben. Auch hier ging eine Staatengruppe mit gutem Beispiel voran.

Die fünf grössten Naturkatastrophen 2011 mit den meisten Vertriebenen sind folgende:

1. Überschwemmung in China mit 3,5 Mio. Vertriebenen,

2. Überschwemmung in Thailand  mit 1,5 Mio. Vertriebenen

3. Überschwemmung in den Philippinen  mit 670‘000 Vertriebenen

4. Überschwemmung in Indien  mit  570‘000 Vertriebenen

5. Erdbeben und Tsunami in Japan mit 500‘000 Vertriebeben

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Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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