Uruguay will Marihuana legalisieren und damit die Drogenmafia eliminieren

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Uruguay will die Produktion und den Verkauf von Hasch und Marihuana legaliseren und so der Drogenmafia die Grundlage entziehen, verkündete Uruguays Präsident José Mujica am Amerika-Gipfel in der kolumbianischen Küstenstadt Cartagena. Damit ist er bereits der vierte Lateinamerikanische Präsident, der zu den Befürwortern einer liberaleren Drogenpolitik und der Abkehr des unsäglichen Drogenkrieges der USA gehören.

Costa Rica’s Staatschefin Laura Chinchilla, der guatemaltekische Präsident Otto Pérez, der kolumbianische Regierungschef Juan Manuel Santos und nun auch José Mujica sind sich einig, dass die harte, von den USA diktierte Drogenpolitik ihrer Länder gescheitert ist und „dass das Verbot bestimmter Drogen der Gesellschaft mehr schadet als die Droge selbst“, sagte der uruguayanische Verteidigungsminister Eleuterio Fernandez Huidobro am Amerika-Gipfel in Cartagena.

Uruguay werde sich in Zukunft auf allen internationalen Treffen dafür einsetzen, dass die Prohibitionspolitik zu beenden sei. „Der Krieg gegen die Drogen, den der damalige US-Präsidnet Richard Nixon vor 40 Jahren ausgerufen hat, war ein Fehlentscheid“, fuhr der uruguayanische Verteidigungsminister fort. Die Drogenmafia habe diesen Krieg in mehreren lateinamerikanischen Staaten gewonnen und unsägliches Leid über die Bevölkerung gebracht. Auch in Uruguay seien in letzter Zeit immer mehr scheussliche Verbrechen geschehen, „die wir so zuvor noch nie gesehen haben“, fügte Huidobro noch hinzu. Als weitere Beispiele nannte Huidobro die Länder Mexico, Honduras, Nicaragua und Kolumbien.

Uruguay zählt 3,5 Millionen Leute. Einer UNO-Studie nach haben 20 Prozent der Bevölkerung zwishcen 15 und 65 Jahren schon einmal Marihuana geraucht. Rund fünf Prozent konsumieren es regelmässig. Laut dem UNO-Bericht hat jeder vierte Jugendliche, der in einer geschlossenen Anstalt sitzt, ein Drogendelikt begangen. Die geplante Legalisierung von Marihuana gehört zu einem Paket von 15 Massnahmen, mit dem die Regierung den Missbrauch der hochgefährlichen Koka-Paste bekämpfen will. Das staatliche Marihuana-Modell soll die Einnahmen der Drogenmafia schmälern und so ihre Fähigkeit untergraben, den Markt auch mit viel gefährlicheren Substanzen zu überschwemmen. Zudem erhoffen sich die Behörden, dass Koka-Konszumenten dann eher auf Marihuana umsteigen, was Kritiker für reines Wunschdenken halten.

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Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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