Zahlen und Fakten von Amnesty International über Flüchtlinge und Asylanten

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Alle Flüchtlingslager in Kenya zusammen beherrbergen über eine Million Flüchtlinge. Die Schweiz wird mit wenigen 10'000 nicht fertig. Bild: GMC Photopress/Gerd Müller

«Jetzt ist genug. Für eine faire und menschlichere Asylpolitik». Die Kampagne von Amnesty International mit den „Negern“-Blocher und -Maurer sorgt für Aufruhr. Das ist gut so. Man sollte sich aber eher an die Fakten halten, als den Stimmungskanonen aus dem rechten und linken Lagern blindlings zu folgen. Um sich darüber ein Bild zu machen, hat AI einige Fakten zusammengestellt, aufgrund derer man sich selbst ein Bild von der „unsolidarischen Schweiz“ machen kann.

Ende 2011 waren weltweit mehr als 42 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung. Nicht mitgezählt sind die Millionen von Menschen, die aus purer Not fliehen, um Arbeit und ein besseres Leben zu suchen.

2011 wurden in der Schweiz 22‘551 Asylgesuche gestellt. Erneut begann die Diskussion über einen «Asylnotstand».

Im gleichen Jahr hat Tunesien rund 860‘000 Flüchtlinge aus Libyen empfangen. Das sind fast 40 Mal mehr als die Schweiz. Die Türkei hat bisher mehr als 80‘000 Flüchtlinge aus Syrien vorläufig aufgenommen und Jordanien mehr als 180‘000.

Von den 1,5 Millionen Menschen, die 2011 während des Bürgerkriegs aus Libyen geflohen sind, kamen weniger als 2 Prozent nach Europa. Die grosse Mehrheit fand in den Nachbarländern Tunesien und Ägypten Schutz und Hilfe.

Mindestens 1‘500 Männer, Frauen und Kinder sind 2011 bei der Flucht übers Mittelmeer umgekommen.

Alle Nachbarländer der Konfliktgebiete in Nordafrika und dem Nahen Osten 2011 haben ihre Grenzen für Flüchtlinge offen gehalten. Selbst dann, wenn innert weniger Wochen Zehntausende oder gar Hunderttausende von Menschen über die Grenzen kamen.

Mehr als 80 Prozent aller Flüchtlinge weltweit werden in Entwicklungsländern aufgenommen. Mehr als 40 Prozent aller Flüchtlinge fanden in Ländern Zuflucht, deren Pro-Kopf-Einkommen bei weniger als 3000 US-Dollar pro Jahr liegt. Das Schweizer Pro-Kopf-Einkommen liegt bei rund 60‘000 US-Dollar.

2011 befanden sich insgesamt 40‘677 Asylsuchende in der Schweiz. Das entspricht einem Anteil von 0,5 Prozent an der Wohnbevölkerung. Übrigens: 1999 waren es 104‘739 Personen, also mehr als doppelt so viele.

Die 22‘551 Personen, die 2011 in der Schweiz Asyl beantragt haben, kamen unter anderem aus folgenden Ländern: Eritrea, Nigeria, Afghanistan, Syrien, Somalia, Türkei, Irak und Sri Lanka. In all diesen Ländern gibt es bewaffnete Konflikte oder Verfolgung.

Rund ein Drittel der Asylsuchenden in der Schweiz im Jahr 2011 wurde an andere Länder verwiesen (gemäss dem Dublin-System). Von den in der Schweiz behandelten Asylgesuchen haben rund die Hälfte Asyl oder eine vorläufige Aufnahme erhalten (6781).

2011 lebten in der Schweiz 10‘166 Personen von Nothilfe; ihr Asylgesuch wurde abgelehnt, aber eine Rückführung ist aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich, z.B. wegen fehlender Dokumente oder weil sie sich weigern. Nothilfe heisst: Unterkunft in abgelegenen, tagsüber zum Teil geschlossenen Unterkünften und ein Beitrag von rund 8 Franken fürs tägliche Überleben.

2011 wurden 4‘819 Personen aus dem Asylbereich eines Strafdeliktes beschuldigt; sie machen 5 Prozent aller Beschuldigten aus.

Die Schweizer Entwicklungshilfe für Tunesien im Jahr 2011 betrug 12,5 Millionen Franken. Rund 60 Millionen Franken Fluchtgelder hatte das Ben Ali-Regime auf Schweizer Bankkonten deponiert.

Das Schweizer Asylgesetz befindet sich seit 1981 in permanenter Revision, wobei das Asylrecht stetig weiter ausgehöhlt wird. Die aktuelle Revision ist Nummer 10.

Über Gerd M. Müller

Der Zürcher Foto-Journalist Gerd Michael Müller gründete vor 20 Jahren die Presse- und Bildagentur GMC Photopress. Müller arbeitet seit über 25 Jahren in der Tourismus-, Medien- und Kommunikationsbranche. Er hat über 1000 Publikationen und Reisereportagen in renommierten Medien veröffentlicht (u.a. «Welt am Sonntag», «FAZ», «FACTS», «Weltwoche», «SonntagsZeitung», «Globo», «Animan», «Reisen & Kultur-Journal», «FAZ», «Spiegel», «Süddeutsche Zeitung») und darüber hinaus auch für hochkarätige Spa- and Travel-Magazine wie «Relax & Style», «Tourbillon», «Excellence International», «World of Wellness» und «Wellness Live» gearbeitet. GMC Photopress besitzt ein umfangreiches Bildaurchiv mit rund 250'000 Bildern aus über 80 Ländern zu den Themen Lifestyle, Luxus, Beauty & Spa, Kultur, Touristische Highlights, Natur, Landschaft, Wildlife, Umwelt, Humanitäres und Soziales.
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